Der Moment, in dem mir klar wurde, dass ich ernsthaft stricksüchtig bin? Das war vor ein paar Jahren, als ich die Stricknadeln zum ersten Mail auch bei über 30°C nicht mehr aus der Hand legen wollte.
Seitdem sind einige Sommer vergangen und ich stricke nach wie vor bei jedem Wetter. Aktuell nur leider nicht besonders effektiv...für meinen Geschmack ist es jedenfalls viel zu lange her, dass ich ein Projekt beendet habe. So habe ich im Juni lauter alte Bekannte auf den Nadeln:


Mein Unapologetic Sweater ist zumindest kräftig gewachsen, und das trotz des dicken Mohair-Garns. Das Garn gefällt mir nach wie vor so gut, dass ich es selbst während der heißeren Tage gerne verarbeitet habe. Es fehlt nur noch ein klitzekleiner Rest Ärmel, bevor es ans zusammennähen gehen kann; leider warte ich jetzt auf Garnnachschub und bin daher gerade handlungsunfähig.


Die Zeit habe ich genutzt, um an einem Paar Socken für eine liebe Freundin zu arbeiten. (Dass es sich hier um ein Weihnachtsgeschenk von letztem Jahr handelt, unterschlage ich an dieser Stelle besser...) Fertig bin ich auch hier noch nicht - es fehlt noch eine Spitze - aber eine Socke konnte am Wochenende schon anprobiert werden - und passt zum Glück wie angegossen! (Übrigens: Einmal mehr bin ich begeistert vom Fish Lips Kiss Heel und der zugehörigen Anleitung für die Anfertigung der Fuß-Vorlage aus Pappe, die erlaubt, anderer Leute Füße auch aus der Ferne perfekt zu bestricken. Zusammen mit meiner liebsten Arne & Carlos-Musterwolle ein easy Rezept für prima Geschenke-Socken!)


Nebenbei stricke ich an meinem Match & Move von Martina Behm. Am liebsten auf dem Sofa, denn das Tuch passt farblich perfekt zum Polster. (Was soll ich sagen, in beiden Fällen war ich für die Farbwahl verantwortlich...)
Das Tuch nehme ich gerne zur Hand, wenn ich schon müde bin und im Kopf nicht mehr viel los ist, das strickt sich nämlich quasi von selbst. Trotzdem vermute ich, dass Du es auch im nächsten Monat an dieser Stelle wiedersehen wirst...ich kenne mich ja!

Hast Du während der Hitzewelle durchgestrickt oder bist Du stattdessen lieber in den nächsten See gesprungen?
xoxo Katha

Verlinkt mit Maschenfeins Auf den Nadeln.
Summer is finally here and we've been having great weather in Berlin! Of course, the temperatures couldn't keep me from knitting...but I might have been slower than usual. So no finished objects this month - instead an almost-finished-sweater, half a pair of socks and a Match & Move that also matches the couch!


Neulich mit den Strickmädels kam das Thema aufs Lesen. Strickzeit und Lesezeit scheinen bei uns vom selben Zeitkonto abgebucht zu werden...und je mehr wir Stricken, desto weniger Zeit bleibt zum Lesen. (Es soll ja Leute geben, die gleichzeitig Lesen und Stricken können - von uns gehört aber offensichtlich keine dieser illustren Truppe an...)
Kennst Du dieses Phänomen auch? Dann habe ich vielleicht etwas für Dich - drei Buchempfehlungen, mit denen man sich gedanklich nicht zu weit von den Stricknadeln entfernen muss...


Lisa Van Allen: Die Wünsche meiner Schwestern (Rütten & Loening 2013)
Worum geht's: Mit dem Tod ihrer Tante fällt Aubrey Van Ripper das Familienunternehmen zu. Die "Strickerei" ist allerdings viel mehr als nur ein Kurzwarenladen - von den Van Rippers heißt es, sie könnten Magie stricken. Was dran ist an diesem Gerücht wird im Laufe des Romans, der in einem verwunschenen Vorort von New York spielt, immer wieder auf die Probe gestellt: von Aubreys Schwestern, einem attraktiven Mann und letzten Endes sogar der ganzen Stadt... 
In einem Satz: Klassische Chick-Lit mit gaaanz viel Strick-Content.

Kyoko Mori: Yarn. Remembering the Way Home (Gemma Media 2009)
Worum geht's: Die Autorin Kyoko Mori beschreibt ihre schwierige Kindheit in Japan, ihre Flucht aus dem komplizierten Familienalltag in die USA und den langen Weg, den sie zurücklegen musste, um Frieden mit ihrer Vergangenheit zu machen. Dabei zieht sie auf elegante Weise immer wieder Parallelen zum Stricken, Spinnen und Weben - ihre großen Hobbies -, und verleiht ihrem Text dadurch Leichtigkeit.
In einem Satz: Ehrliches Memoir einer ruhelosen Frau.

Auður Ava Ólafsdóttir: Ein Schmetterling im November (Insel Verlag 2013)
Worum geht's: Die hochgebildete, aber sozial eher schwierige Erzählerin begibt sich, nachdem sie an einem Tag von ihrem Mann und ihrem Liebhaber verlassen wurde, auf eine Fahrt nach Ostisland. Mit dabei: eine tote Gans, ein Handschuhfach voller Geld und ein gehörloser Vierjähriger, der stricken lernt. Herrlich verrückt ist dieses Buch -  ein bißchen so wie Island selbst.
In einem Satz: Unvergeßlicher Roadtrip mit verschrobenem Personal.  

Bei drei so unterschiedlichen Büchern ist bestimmt auch eins für Dich dabei! Mein Favorit ist ganz klar der Roman von Auður Ava Ólafsdóttir - den habe ich schon vor zwei Jahren gelesen und er geht mir immer noch nicht aus dem Kopf...

Verrätst Du mir, welche Bücher Du gerne gelesen hast? 
xoxo Katha
As a person who cannot read and knit at the same time, I am often faced with a tough choice: one more sentence or one more row? I have learned that sometimes, it's best not to seperate knitting and reading and go for the happy medium: novels with knitting content!


Hin und wieder kommt es tatsächlich vor, dass ich eine Stricknadelgröße benötige, die es in meiner ausufernden Nadel-Sammlung noch nicht gibt. Ärgerlich? Keinesfalls! Vielmehr ist das für mich ein fabelhafter Vorwand, spezielle Nadeln anzuschaffen, die ich ohnehin schon länger ausprobieren wollte.
Vor ein paar Wochen war es mal wieder so weit: 2,75er Nadeln dringend benötigt! Lange musste ich zum Glück nicht grübeln, was für Nadeln es werden sollten. Die Karbonz von KnitPro wollte ich ohnehin schon ewig ausprobieren, und nachdem ich sie in meiner Strickgruppe live in Augenschein nehmen konnte, war die Sache besiegelt... Die Nadeln bestehen aus Karbonfaser, diesem Hightech-Material, das auch für Flugzeuge, Raumschiffe und Hipster-Fahrräder verwendet wird. Das Material ist robust und gleichzeitig extrem leicht. Die Nadeln fühlen sich in der Hand eher warm und durch die glatte Oberfläche auch sehr gut an - einzig die Übergänge zu den Metallspitzen könnten noch ein bißchen perfekter sein. Dennoch strickt es sich mit den Karbonz sehr angenehm.

Ebenfalls von KnitPro ist das blaue Nadelseil auf dem Bild. An sich handelt es sich um ein ganz gewöhnliches Nylon-Seil für die austauschbaren Nadelspitzen des Herstellers. Nur, dass es die Seile jetzt farbkodiert gibt, also jede Länge in einer anderen Farbe. Ist das nicht ganz wunderbar? Wieso ist da denn vorher noch niemand drauf gekommen? (Oder gibt es das schon ewig und ich habe es nur nicht gemerkt?) Ich finde das irre praktisch! Jetzt muss ich nicht mehr lange durch meine Seile wühlen, um das kürzeste/längste/geeignetste zu finden...sondern kann mich einfach an den Farben orientieren.

Und weil die Mindestbestellmenge für den kostenlosen Versand erreicht werden wollte (...nie Verlegen um eine Ausrede), habe ich jetzt auch noch (sehr viele) neue Maschenmarkierer. Ich mag die simplen, birnenförmigen Sicherheitsnadeln und ganz besonders mag ich, dass ich jetzt so viele davon besitze, dass ich sie einfach auf sämtliche Projektbeutel und Täschchen verteilen kann, die bei mir so rumfliegen. Ab sofort sollte ich nie mehr nach Maschenmarkierern suchen müssen!

Erinnerst Du dich, was für Strick-Zubehör Du zuletzt gekauft hast? Und bist Du auch ein Fan von farbkodieren Stricknadeln- und seilen?
xoxo Katha
I try not to buy so much yarn at the moment (my stash seems to procreate all by itself). Knitting accessories are okay, though. Especially when they are as nice as my new Karbonz needles, simple stitch markers and this wonderful blue cable (it's color-coded!).
When knitting attacks...* das habe ich diesen Monat leider schon viel zu häufig gedacht! Es kommt mir vor, als hätten sich all meine Strickprojekte kleine Gemeinheiten ausgedacht, nur um mich zu ärgern! Aber keine Sorge, so schnell bin ich nicht klein zu kriegen!

Starten wir - ganz harmlos - mit dem kleinen Harry Hairy Head. Der griesgrämige Kerl ist mir prinzipiell supersympatisch - genauso wie die restliche Sippe aus Donna Wilsons "Odd-Bod Bunch" (ist immerhin schon das dritte Mal, dass ich ein Kuscheltier aus dem Buch stricke). Das Stricken lief auch wie am Schnürchen. Aber als es dann an die Gesichtsstickerei ging...diese Art von Fleißarbeit ist einfach nicht mein Ding! Und dann beiße ich mich brav da durch, nur damit mir auf dem ALLERLETZTEN Meter die Füllwatte ausgeht! (Und glaub mir, ich hatte schon jeden Wollrest, den ich auftreiben konnte, in Harrys Bauch gestopft...)
Mittlerweile ist aber Watte-Nachschub besorgt und der haarige Harry zugenäht - Foto folgt!


Mein Unapologetic Sweater ist in den letzten Wochen schon ordentlich gewachsen. Das Stricken geht gut von der Hand und das Muster kann ich mittlerweile im Schlaf - was aber ganz offensichtlich nicht heißt, dass ich beim Stricken die Augen zu machen sollte. Denn schau mal, was hier passiert ist: Irgendwie bin ich im Muster verrutscht. Und das geht leider gar nicht! (Genauso wie das Ribbeln...ich hab mich da noch nicht rangetraut, aber bei dieser Wolle werde ich wohl etwas Gewalt anwenden müssen - das prokrastiniere ich lieber noch eine Weile.)


Reicht eigentlich mit nervigen Strick-Attacken, nicht wahr? Aber es gibt noch eine! Diese Woche habe ich ein Paar Vanilla Socks angeschlagen, weil ich ein kleines Projekt für eine Dienstreise brauchte. Ich schwöre, ich habe die ganze Zeit mit den selben Nadeln gestrickt und auch zwischendurch nicht die Technik gewechselt - zumindest nicht bewusst. Trotzdem sieht das Bündchen auf der zweiten Hälfte furchtbar aus, davor und danach ist aber alles tutti. Keine Ahnung, was da los war - aber das kann man beim Spannen noch korrigieren, stimmt's?


So, das war's nun aber wirklich...hat Dich der Mai denn bisher verschont oder wurdest Du auch schon von Deinem Gestrick attackiert?
xoxo Katha

*Der Ausspruch stammt ursprünglich aus dem Podcast der Knitmore Girls und fast jede Woche gibt es im Leben von Jasmin und Gigi neue knitting attacks. Sehr beruhigend, dass es auch anderen so geht...

Verlinkt mit Auf den Nadeln.
A month in knitting attacks...apparently, I'm dealing with some aggressive projects! (The other explanation - my permanent tiredness - seems rather improbable.) I'll let you know next month who'll win - the knitting or me!