Wenn über hundert Strick- und Häkelverrückte für zwei Tage nach Frankfurt am Main pilgern, kann das nur eins bedeuten: Yarncamp-Wochenende!

Ich habe lange in Frankfurt gelebt und definitiv noch mehr als einen Koffer dort...der Besuch des Yarncamps am vergangenen Wochenende war für mich daher quasi Pflichtprogramm.


Das Yarncamp ist ein Barcamp rund um die Themen Handarbeiten und DIY. Bevor ich im letzten Jahr das erste Mal teilgenommen habe, wusste ich gar nicht, was ein Barcamp eigentlich genau ist. Diesmal schon: Es handelt sich um eine (Un-)Konferenz, bei der vorab weder Redner noch Programm feststehen. Jeder Teilnehmer kann am Veranstaltungswochenende Beiträge ("Sessions") vorschlagen und anbieten, häufig spontan und ohne große Vorbereitung. Die Konferenz wird also komplett von den Teilnehmern gestaltet und jeder ist ein Stück weit für den Erfolg der Veranstaltung veranntwortlich.

Heißt also: Ein Barcamp steht und fällt mit den Teilnehmern. Aber da muss man sich bei StrickerInnen ja keine Sorgen machen, nach meiner Erfahrung sind das zum allergrößten Teil sehr feine Menschen. Entsprechend herrschte am Wochenende eine sehr entspannte, freundschaftliche Stimmung, in den Sessions genauso wie in der Kaffeecke.

Dass alle so gut drauf waren, lag sicher zu einem entscheidenden Teil am fantastischen Orga-Team (bestehend aus Julia, Lutz, Rebekka und Sara), das alles richtig gemacht hat - perfekter hätte die Organisation wirklich nicht sein können: Freundliche, zentrale Räumlichkeiten im Haus des Buches, superleckeres Essen von der Wohnküche und unglaublich großzügige Goodiebags*...da kann ja gar keine schlechte Stimmung aufkommen!

Dementsprechend waren die Sessions wieder richtig gut: Ich hab mich sehr gefreut, Doertes Ausführungen über selbst-generierende Muster hören zu können, den ich im letzten Jahr verpasst hatte. Die Vertreter von Schoeller + Stahl haben über ihr wassersparendes und chlorfreies Verfahren zur Anti-Filz-Ausrüstung ihrer Garne erzählt; ein Thema, mit dem ich mich zukünftig noch etwas intensiver beschäftigen möchte. David Wasser hatte wieder seine herrlich-bunten Strickprojekte dabei, eine wunderbare Inspiration, beim Stricken ruhig mal die ein oder andere (vermeintliche) Regel zu brechen. Liesa von Sternenstaub Wolle hat aus dem Handfärber-Nähkästchen geplaudert, Franz-Josef über die Geschichte des Strickens referiert. Katho hat Lust auf die kommenden Ravellenics (Olympiade à la Ravelry) gemacht und mit Torsten habe ich für die Charity-Aktion von Prym Wollpatches gestrickt.

Zwischendurch habe ich mich getraut, auch eine eigene Session anzubieten (im letzten Jahr hatte ich mich da noch zurückgehalten): für die Vielstricker gab es eine Runde Yarncamp Yoga zur Auflockerung. Ein paar einfache Übungen für Nacken, Rücken und Handgelenke, die man überall und ohne Matte oder Sportkleidung machen kann. Die Sessionteilnehmer haben alles tapfer mitgemacht und waren obendrein noch gut gelaunt - vielen Dank dafür! Wir haben viel gelacht und die "Open Your Gate"-Pose wurde - dem Veranstaltungsort angemessen - kurzerhand in "Bembelyoga" umgetauft...

 Vielen Dank an @nala_verstrickt für das Foto.

Wer das Ganze zu Hause auch einmal ausprobieren möchte, dem kann ich dieses Video von Adriene ans Herz legen und eine ganze Reihe von Yoga for Knitters-Videos auf dem youtube-Channel von LionBrandYarn. Darunter ist übrigens auch die Bembelyoga-Pose...


Ich hoffe sehr auf eine Wiederholung des Yarncamps im nächsten Jahr - ich hab noch längst nicht genug!
Warst Du auch da? Wärst Du gerne gekommen? Und zu welchen Themen würdest Du gerne eine Session hören?
xoxo Katha

*Vielen Dank an alle Sponsoren, ohne die das Yarncamp nicht möglich wäre: Schachenmayr, Prym, Lana Grossa, Schoeller + Stahl und Austermann, Wollplatz.de, myboshi, Dortex, Lamana, Sternenstaub, realmenknitpink.de, Stricktease, Hand Herz Seele, David Wasser, Chris Bodner und Nicole Kuschke sowie an Addi, KnitPro, LangYarns, die Verlage Haupt und EMF, schafimwolfspelz.com und stricken.de.
The highlight of a New York knitters' year may be Rhinebeck, mine is Yarncamp! The barcamp centered around knitting, crochet and DIY is a great place to meet old and new friends (knitters are the nicest people!), see the prettiest shawls and sweaters, learn a ton from fellow knitters and get oh-so inspired. You should definitely come next year, if you can make it to Frankfurt!

Na, bist Du drauf gekommen?
Bald ist wieder Zeit fürs WeihnachtsWollWichteln! Die stressige Vorweihnachtszeit steht vor der Tür und um Glühwein-Gelage, Geschenke-Shopping und die obligatorischen Weihnachtsfeiern besser zu überstehen, machen wir uns gegenseitig wieder eine kleine Freude!

Darum geht's
Die Adventszeit ist wunderschön...kann aber zuweilen auch ganz schön anstrengend sein, das brauche ich Dir ja nicht zu erzählen! Vielleicht sind Dir die Plätzchen im Ofen verbrannt oder der Chef hat auf der Weihnachtsfeier vergessen, für Dich einen Platz im Restaurant zu reservieren? In solchen Momenten braucht man einen kleinen Stimmungsaufheller und da kommt das Wichtelpäckchen ins Spiel!

So funktioniert's
Jedem Teilnehmer wird ein Wichtelkind zugelost, für das er ein Päckchen mit wolligen, süßen oder einfach nur hübschen Kleinigkeiten packt. Anfang Dezember machen sich alle Päckchen auf den Weg zu ihren Empfängern, so dass sie im Laufe des Monats eintreffen. Aufgemacht werden dürfen die Pakete dann jederzeit - aus Erfahrung kann ich sagen, dass sich auch stressige Tage durch so ein Wichtelpaket aufheitern lassen...
Im letzten Jahr war ein Päckchen schöner als das andere - alleine schon das Scrollen durch die Instagram-Bilder mit dem Hashtag #weihnachtswollwichteln hat viel Spaß gemacht!

Fotos von links nach rechts: Reihe 1: @theaterkind, @jedentagsilvester @warenwirauchso / Reihe 2: @knittoknow, @meff.eline, @ohbridie / Reihe 3: @liebwedd, @meff.eline, @ohbridie

Wenn Du am Wichtelspaß teilnehmen möchtest, sende bis zum 18.11.2017 eine Email mit dem Betreff "WeihnachtsWollWichteln" an kitchenerstories@gmail.com oder kontaktiere mich via Instagram (@kitchenerstories). Bitte gib in der Nachricht Deinen Namen und eine gültige Emailadresse an.
Teilnehmen kann jeder Strick-, Häkel- oder Garnbegeisterte über 18 Jahre mit Adresse in Deutschland. (Teilnehmer aus dem Ausland können leider nur mitwichteln, sofern sich andere Teilnehmer aus demselben Land finden oder solche die bereit sind, die Versandkosten ins Ausland zu übernehmen.) 

Am 19.11.2017 wird die Wichtelaktion per Wichtel-O-Mat* gestartet. Anschließend sind zwei Wochen Zeit, um dem Wichtelkind ein paar hübsche Kleinigkeiten (Wolle, Maschenmarkierer, eine Anleitung o.ä.) zu besorgen und das Päckchen auf den Weg zu bringen. Der Wert des Wichtelpäckchens sollte zwischen 10 - 15 EUR liegen, spätestens am 4.12.2017 sollte es dann zur Post gehen.

Na, worauf wartest Du? Melde Dich bei mir und wir machen uns eine schöne Adventszeit zusammen!
xoxo Katha

*Die Zuteilung der Wichtel inkl. Adressaustausch erfolgt über Wichtel-O-Mat. Nur der jeweils zugeloste Wichtel erfährt die Adresse seines Wichtelkindes, die Daten zu jeder Wichtel-Aktion werden nach 30 Tagen automatisch aus der Datenbank entfernt. Wer mit diesem Verfahren ein Problem hat, sollte von einer Teilnahme absehen.
It's way too early to start with christmas preparations, you say? Far from it! It's just the right time to start planning this years' #WeihnachtsWollWichteln, a secret santa for knitters. If you want to be part of it, drop me an email and I'll give you all the details!
Ich bin ganz großer eBook-Verfechter und feiere die Erfindung dieser Technologie regelmäßig (vor allem beim Lesen im Bett - mit echten Büchern ist mir da früher immer schnell der Arm lahm geworden...aber ich schweife ab) - das heißt aber nicht, dass ich gut gemachte Bücher und Zeitschriften nicht wertschätzen würde. Im Gegenteil, ich liebe es, in Bahnhofsbuchhandlung nach spannenden Nischenmagazinen zu stöbern. Vor allem mit schönem Papier und guter Typographie kriegt man mich schnell rum.


Ein perfektes Beispiel für ein Magazin nach meinem Geschmack ist Laine (wie ich bei Berlin Knits gelernt habe, wird das übrigens "Leine" ausgesprochen). Vor kurzem ist die dritte Ausgabe erschienen und trotz des doch sehr stolzen Preises möchte ich es Dir unbedingt ans Herz legen.

Das Magazin ist eine Art Strick-Lifestyle-Magazin: sehr hochwertig und mit viel Liebe zum Detail produziert (allein schon das matte, beige-getönte Papier ist ein Traum!) findet man darin eine Mischung aus Strickanleitungen, Interviews, Reportagen und Rezepten.
Die Macherinnen Jonna Hietala und Sini Ellen stammen aus Finnland, Laine wird aber komplett auf Englisch produziert. Die dritte Ausgabe gibt es zum Beispiel einen ausgeprochen schönen Text über die Färberin Emily Foden und ihr Label Viola Yarns, ein Interview mit Valentina Consalvi (SnailYarns) und einen Travel Guide, der ein paar schöne Ecken Berlins vorstellt (viele davon habe ich auch selbst schon oft empfohlen). Dazwischen enthält das Magazin herausragende, extrem stimmungsvolle Fotos, die Dir vielleicht auch schon das ein oder andere Mal auf Instagram begegnet sind.
Ja, und dann sind da natürlich noch die Anleitungen, in der dritten Ausgabe ein Paar Socken, zwei Mützen, ein Paar Handstulpen, zwei Tücher, vier Pullover und ein Cardigan. Besonders gefreut habe ich mich, als ich Verena Cohrs unter den Designern entdeckt habe. Ihre Tulsi Socks habe ich vor ziemlich genau einem Jahr hier gezeigt und es macht einfach Spaß zu sehen, dass ihre Arbeit auch von anderen geschätzt wird. Abgesehen davon passt ihr Hygge Sweater einfach gut ins Heft!

Mittlerweile führen viele gut sortierte Wollgeschäften das Laine Magazin im Sortiment, sowohl on- als auch offline. Falls Dir das Magazin mal irgendwo begegnet: Unbedingt einen Blick reinwerfen!
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Und noch ein besonderes Printerzeugnis hat diesen Monat den Weg zu mir gefunden: Woods, die erste Publikation von der eben schon erwähnten Verena Cohrs und Hanna Lisa Haferkamp. Das Herz der beiden schlägt ganz heftig für Naturfasern und moderne, minimalistische Strickdesigns. Um beides zusammenzubringen, haben die zwei jetzt in ihrem frisch gegründeten Verlag ein Buch veröffentlicht - so viel Enthusiasmus und Hingabe beeidruckt mich zutiefst! 

Woods enthält elf Strickanleitungen - für ein Paar Socken, zwei Paar Fäustlinge, eine Mütze, eine Weste, ein Tuch, einen Cardigan, drei Pullover und ein Kleid -, die jeweils von Interviews mit den Designern begleitet werden. Mindestens ebenso im Vordergrund wie die Modelle stehen die verwendeten Garne, durchweg in Europa produziert und aus natürlichen Fasern hergestellt. Zu jedem Garnhersteller gibt es ebenfalls ein Interview. Auch hier wurden alle Texte auf Englisch verfasst.
Neben den Anleitungen und Interviews enthält Woods auch ein paar Tutorials für verschiedene Stricktechniken sowie Interviews mit Karen Templer und Clare Devine.

Man merkt dem Buch an, wieviel Begeisterung und Liebe zu Naturfasern darin steckt und ich freue mich sehr, dass im Making Stories-Verlag bereits die nächsten Publikationen geplant sind! Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann ein paar weniger Interviews und stattdessen Reportagen über den Werdegang und die Arbeit der Garnhersteller. Aber Woods ist auch schon jetzt ziemlich großartig!

Das Buch erscheint offiziell am 4. November im Handel und kann hier bereits bestellt werden. Übrigens: Einen Tag vorher, nämlich am 3.11.2017, findet ab 16 Uhr bei Wollen Berlin die Book Release Party statt. Falls Du in der Nähe bist und vorbeischauen möchtest, meld Dich einfach hier an.

Was für Strickbücher und -magazine haben Dich zuletzt begeistert?
xoxo Katha
I do love beautiful books and magazines, especially when they are about knitting. My personal library is already prettty large, but I can't help to add to it whenever I find a particularly lovely knitting publication. This month, there have been to additions to my library, the third issue of Laine Magazine (which is giving me heart eyes!) and Woods, a pattern book focusing exclusively on knits out of natural fibers from Europe (beautiful AND informative).
Mein Mann macht schon einiges mit mir mit…ich stricke ja nicht nur auf dem heimischen Sofa, sondern auch im Kino, im Park und sogar in Kneipen. Macht ihm zum Glück nichts aus.
Diesen Monat habe ich den Bogen aber etwas überspannt – strickend beim Gebrauchtwagenhändler, das war dann doch ein bisschen zu viel für ihn. (Wobei er zugeben musste: Es gibt keinen einfacheren Weg, mit allen (!) anderen Leuten auf dem Gelände ins Gespräch zu kommen. )

Jetzt kenne ich aber zumindest seine Schmerzgrenze – und die Fersen meines aktuellen Sockenprojekts (Vanilla mit Fish Lips Kiss-Heel aus Regia Pairfect) sind auch fertiggestellt!
Weil die Socken so schön blau-weiß sind, habe ich sie auch gleich noch ins Olympiastadion zum ultimativen blau-weißen Bundesligaspiel (Hertha - Schalke) mitgenommen. Für die Hertha ging es leider nicht gut aus...dabei habe ich wie Du siehst alles gegeben!


Fertig sind die Socken dennoch nicht geworden (und das, obwohl doch „Socktober“ ist – shame on me!). 
Bei einem Blick auf die Liste aller Projekte, die ich in diesem Monat in der Hand hatte, wurde plötzlich sehr klar, woran das liegt! Ich habe einfach viel zu viele offene Baustellen, kein Wunder, dass ich gefühlt nie etwas fertig stricke. Vielleicht sollte ich im November mal monogam stricken? Wenn mir das nur nicht so schwerfallen würde…


Dem Rib Wrap Cardigan fehlt immer noch ein Ärmel...eigentlich machbar, aber mein Cardigan-Mojo wurde ab dem 7. Oktober komplett von der Arbeit am Pieceful Cardigan aufgebraucht:


Dazu erzähle ich bald mal ein bißchen mehr, nur kurz so viel: Es handelt sich um eine Strickjacke im Patchworkmuster, die gerade im Rahmen eines Knit Alongs gestrickt wird. Ein knappes Drittel habe ich schon geschafft und die Instagram-Bilder der Mitstrickerinnen motivieren mich, dranzubleiben...meistens jedenfalls. 

Zwischendurch musste ich trotzdem noch ein schnelles Mützenprojekt dazwischenschieben. Ein schnelles Babygeschenk in fröhlichem Gelb nach einer Anleitung von Susan B. Anderson (die Mütze Clover). Auf die war ich durch eine Folge der Knit Show aufmerksam geworden - hast Du schon mal reingeschaut?


So, jetzt morgen nehme ich mir mal das Paar Pairfectpants vor, das im Schritt noch vernäht werden muss (seit Wochen...aber Finishing ist einfach nicht mein Ding!). 
Und woran strickst Du gerade?
xoxo Katha

Verlinkt bei Maschenfein.
They say that multitasking doesn't really exist. Your brain can only concentrate on one thing at a time and doing multiple things simultaneously actually slows you down.
I think it's the same with multiple knitting projects - going from one to the other slows you down. But then, it's so damn hard to limit yourself to only one project!