Meistens entdecke ich ein Modell, das mir gefällt, und suche dann nach dem passenden Garn, um die Anleitung nachzuarbeiten. Manchmal ist es aber auch andersherum...


Im letzten Frühjahr habe ich beim Frickelcast das erste Mal von Grossewolle gehört, die Frickler berichteten damals über ihre Moschusochsen-Abenteuer. Wenig später war Daniel Grosse, der Mann hinter Grossewolle, im Frickeltalk zu hören - supersympathisch erzählte er damals von seinem Woll-Shop, in dem er Garne von heimischen Merinoschafen vertreibt, geschoren und hergestellt in Deutschland.
Daniel arbeitet mit ca. 200 Schäfereien in Süddeutschland zusammen und lässt die Wolle selbst produzieren, ohne großen Hersteller im Rücken. Und das neben einem Vollzeitjob!

Wenn man so viel Herzblut und Leidenschaft für ein Produkt aufbringt, kann es einfach nicht schlecht sein! Logisch, dass ich ein paar Stränge Grossewolle bestellen musste (#frickelcastmademebuyit)!
Entschieden habe ich mich für zwei Stränge 2-fädige Merino Natur (reines Merino, 300m/100g) und einem handgefärbten Strang (gefärbt übrigens von Stephi / @screaming_colours).


Wie sich herausgestellt hat die perfekte Kombination (und Menge!) für einen großen "Loop": Anders als der Name vermuten lassen könnte, handelt es sich bei dem Modell von Casapinka um ein halbmondförmiges Tuch, über das sich kleine Knubbel-Girlanden ziehen.



Die Garnmenge reichte für die große Variante des Tuchs, das ich jetzt dreimal um den Hals schlingen kann.

A propos Hals: Als kuschelweich würde ich das Garn nicht bezeichnen, kratzig ist es aber auch nicht. "Robust" trifft es wohl ganz gut - deutsche Schafe brauchen eben ein wenig mehr Polsterung als Merinos aus Australien... Und mir geht's anscheinend genauso, ich trage das Tuch seit Wochen rauf und runter!


Und Du, hast Du ein Herz für regionale Garne oder achtest Du beim Wollkauf auf andere Dinge? 
xoxo Katha 

Verlinkt bei Meine Fummeley.
Unfortunately, Germany doesn't have a strong wool industry (anymore). Therefore, I'm superhappy to report that this shawl was made entirely of German wool, sheared, produced, dyed and knitted in Germany. Whoop Loop, there it is!
Immernoch keine Fotos von meinen neusten Tüchern (die inzwischen gar nicht mehr so neu sind...) - diesmal gibt es allerdings einen triftigen Grund, weshalb die Foto-Session ausfallen musste: Es hatte mich ganz schön erwischt und ich lag die letzten Tage flach. Nicht mal an Stricken war zu denken - daran erkennt man, dass es mir wirklich nicht gut ging!

Immerhin fernsehen war drin, und so habe ich endlich alle Empfehlungen vom "Kleinen Fernsehballett" durchgeguckt, die schon ewig auf meiner Watchlist standen. Und weil mir alle Serien so gut gefallen haben, empfehle ich sie Dir schnell weiter...für wenn Du mal strick-unfähig auf der Couch liegst oder auch einfach so.

First things first: Falls Du was für Serien und Trash-TV übrig hast, MUSST Du den Podcast von Sarah Kuttner und Stefan Niggemeier abonnieren! "Das kleine Fernsehballett" heißt er und ist kostenlos bei Deezer verfügbar. Gerade ist die fünfte Staffel zu Ende gegangen und ich freue mich jetzt schon darauf, wenn es im Herbst weitergeht. Ich schaue Serien eigentlich nur noch, wenn ich zuvor die Besprechungen der beiden gehört habe - und bei einigen Trash-Formaten bin ich sehr froh, sie nicht ansehen zu müssen und trotzdem in den Genuss der besten Szenen zu kommen. Aber vermutlich hörst Du den Podcast längst selbst und weißt, wovon ich rede...

So, nach dieser Vorrede geht's jetzt endlich los mit den Serien-Empfehlungen:


Russian Doll
Die Handlung im Schnelldurchlauf: Nadia stirbt am Abend ihres 36. Geburtstag wieder und wieder und wacht nach jedem Ableben auf ihrer eigenen Geburtstagsparty wieder auf. Im Verlauf der Serie versucht sie dahinter zu kommen, was es damit auf sich hat, um den Kreislauf zu durchbrechen.

Warum ich die Serie mag: Die Handlung klingt erstmal ziemlich ausgelutscht - kennt man ja alles schon von "Und täglich grüßt das Murmeltier". Allerdings hat mich Hauptfigur Nadia sofort in ihren Bann gezogen: eine selbstbewusste, schnoddrige kleine Frau, die ich sofort in mein Berliner Herz schließen musste! Alleine für diese Figur hätte ich die Serie durchgeguckt, die auf der Mitte aber glücklicherweise auch noch einen interessanten Twist bereithält.

Besprechung im "Kleinen Fernsehballett": Folge 3 in Staffel 5 (klick).

Russian Doll / dt: Matrjoschka (USA, seit 2019), bislang 1 Staffel, Netflix-Eigenproduktion mit Natasha Lyonne, erhältlich bei Netflix.

Charité
Die Handlung im Schnelldurchlauf: Beide Staffeln spielen im Berliner Universitätsklinikum Charité, Staffel 1 im Dreikaiserjahr 1888, Staffel 2 zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs 1943. Historische Krankenhausserie also. Mit von der Partie: Ein bißchen Medizinwissen, ein bißchen Liebesgeschichte und politisches Drumherum.

Warum ich die Serie mag: Die Serie mag etwas steif sein, in beiden Staffeln spürt man den Bildungsauftrag, der bei ARD-Produktionen häufiger mitschwingt. Ich hab's trotzdem geliebt! Vielleicht, weil ich krank war und das unvermeidbare Selbstmitleid auf Normalmaß zurückgestutzt wird, wenn man so viele ernsthaft Erkrankte auf dem Bildschirm sieht. Sicher aber auch, weil es sehr spannend war, ein bißchen was über die Vita von Rudolf Virchow, Emil Behring und Robert Koch zu erfahren, nach denen in Berlin Krakenhäuser und Institute benannt sind (Staffel 1). Und die Originalaufnahmen von Berlin aus den 40er Jahren zu sehen, die in der 2. Staffel häufig eingestreut wurden.

Besprechung im "Kleinen Fernsehballett": Folge 2 in Staffel 1 (klick). 

Charité (D, seit 2017), bislang 2 Staffeln, mit Alicia von Rittberg, Ulrich Noethen, erhältlich u.a. in der ARD Mediathek und im Free TV auf ARD.

Parfum
Die Handlung im Schnelldurchlauf: Irgendwo am Niederrhein wird eine verstümmelte Frauenleiche gefunden. Die Verletzungen erinnern an die Darstellungen aus Patrick Süskinds Roman "Das Parfum". Und schnell gerät eine Clique ins Visier der Polizei, die zu Schulzeiten mit Düften experimentiert hat...

Warum ich die Serie mag: Die Serie fühlt sich ein bißchen an wie ein anständiger Tatort mit besserem Ende. Und besserer Kamera. Und August Diehl.

Besprechung im "Kleinen Fernsehballett": Folge 10 in der 4. Staffel (klick).

Parfum (D, seit 2018), bislang 1 Staffel, mit Wotan Wilke Möhring, Friederike Becht, Ken Duken, August Diehl, erhältlich u.a. in der ZDF Mediathek.

Hast Du Dir eine der Serien angeschaut? Wie fandest Du sie? Und hast Du auch eine Serien-Empfehlung für mich?
xoxo Katha
Sick days in my house mean: Little knitting, lots of binge-watching. The downside: No finished objects to show off. The upside: Three TV series I can recommend. Appropriate for a proper Knitflix session!
Letzten Monat hatte ich noch das ehrenwerte Vorhaben verfolgt, meine UFOs fertigzustricken, bevor ich wieder neue Projekte anfange.

Diesen Monat habe ich an vier verschiedenen Sockenpaaren gestrickt - und erst eines davon ist fertig. Die UFOs dagegen sind alle noch UFOs. Man kann wohl behaupten, dass mein Vorhaben gescheitert ist...


Andererseits gab es gleich mehrere KALs rund um die Socke (bei Sockshype und bei Stine & Stitch) - einfach viel zu verlockend! Wer da ebenfalls anfällig ist, den weise ich wohl besser nicht noch auf den SpiralsockenKAL bei Lilientinte hin.


Eine Anleitung aus dem neuen Buch Statement Socken stricken wollte ich natürlich auch ausprobieren...


Ich hab aber auf was fertig bekommen...eine Mütze für Crasy Sylvies Weltrekord (sie sucht übrigens noch nach fleißigen Dortmunderinnen, die ab dem 10. März beim Zusammennähen helfen können).


Mein Ess Shawl ist ebenfalls fertig geworden. Ich trage ihn nonstop und bin schwer verliebt: So groß, so weich, so wunderbar fransig. Vielleicht klappt es ja dieses Wochenende endlich mit guten Fotos, sodass ich Dir das Tuch endlich präsentieren kann! Vorerst gibt's nur ein Foto Pre-Steek.


Ja, und zwischendurch habe ich mich dann doch auch immer mal wieder einem meiner Langzeit-UFOs gewidmet, dem Zopfcardigan aus Lana Grossa Softness. Ende März will ich den anziehen können, und ganz ehrlich - wenn ich einfach drei neue Projekte weniger im März anschlage, sollte das überhaupt kein Problem sein.


Was meinst Du - werde ich meine drei angefangenen Sockenpaare fertigstellen? Oder falle ich dem Second Sock Syndrome zum Opfer? Ich halte Dich auf dem Laufenden!

So, und jetzt widme ich mich mal ein paar Maschenproben...ich brauch ja eigentlich noch was neues für die h+h im März!
xoxo Katha

Übrigens, was ganz andereres: Diesen Monat hat der Pixar-Kurzfilm "Purl" die Runde gemacht (hier kannst Du ihn Dir anschauen). Die Reaktionen reichen von Begeisterung...bis hin zu einem schalen Gefühl (wie bei mir). Ist das jetzt niedlich - oder animierte Feminismus-Veralberung? Wie siehst Du das?

Verlinkt bei Maschenfein
My February haiku goes like this: 
Only a few days, 
(too) many projects. 
Will I finish 
all my socks?
Je höher die Erwartungen, desto höher auch das Risiko, enttäuscht zu werden... Durch die Vermittlung einer realisitschen Erwartungshaltung möglichst keine negativen Gefühle aufkommen zu lassen, das ist das Ziel von Erwartungsmanagement.


In Bezug auf das Buch "Statement Socken stricken. Mit Farben zum Erfolg", das vor Kurzem im TOPP Verlag erschienen ist, ist das bei mir leider total in die Hose gegangen... Dabei ist das Buch nicht schlecht, ich hatte mir nur einfach viel mehr davon versprochen!

Los ging es mit folgernder Ankündigung des Verlags:

Müssen Socken immer unauffällig und unsichtbar sein? Längst haben bunte Socken die Modewelt erobert. Aber was passiert, wenn wir Socken als Statement tragen? Stricken Sie sich zum Erfolg mit unseren neuen Modellen, und erleben Sie die Veränderung! Business-Coach Bert Martin Ohnemüller erklärt, wie ungewöhnliche und mutige Accessoires auf unsere Umgebung wirken. Bestimmt finden Sie zu Ihren Lieblingsfarben das passende Modell, und stricken Sie los!

Ich war direkt interessiert: Statement-Socken als Thema - super! Der Bezug zum Business-Umfeld, der durch das Cover-Foto (eine Frau in Stricksocken steigt aus schwarzen Pumps) und die Erwähnung von Business-Coach Ohnemüller hergestellt wurde - innovativ! Die Idee, Farben und ihre Wirkung ins Visier zu nehmen - spannend!

Als ich das Buch dann aber in den Händen hielt, kam schnell die Ernüchterung. Keines der Verprechen, die mir das Buch gemacht hatte, konnte wirklich eingelöst werden. Offensichtlich hatte die Ankündigung des Buches bei mir völlig falsche Erwartungen geweckt... Das muss nicht (nur) am Verlag liegen - zur Kommunikation gehört natürlich genauso der Empfänger (also ich). Mach Dir am besten Dein eigenes Bild, nachdem ich Dir erläutert habe, was ich erwartet habe und was das Buch tatsächlich liefert.

Statement-Socken. 

Wenn ich "Statement-Socken" höre, denke ich  zum Beispiel an die Colourblocking-Interpretationen des klassischen Argyle-Musters, die die Firma Burlington seit einigen Jahren im Programm hat. Oder die Varianten von Happy Socks mit ihren witzigen weil zeimlich absurden Motiven. Diese Socken fallen auf, sind aber noch klassisch genug (z.B. durch die Grundfarbe, ein klassisches Muster etc.), um an den Füßen eines modemutigen Menschen auch im Business-Zusammenhang zu funktionieren.
Ich mag diesen Trend sehr und freue mich immer, wenn ich einen Mann sehe, unter dessen Anzughose pinke Socken hervorblitzen. Gerade für Männer, die kleidungstechnisch in vielen Bürojobs ja nur zwischen grauem oder blauem Anzug wählen dürfen, ist das eine schöne Möglichkeit, ein bißchen Persönlichkeit zu zeigen.

Nun eignen sich selbstgestrickte Socken leider nicht besonders gut, um sie in Anzugschuhen oder Pumps zu tragen, dafür sind sie schliechtweg zu dick. Folgerichtig wurde auch keines der Paare mal in Schuhen fotografiert (dabei wäre das so cool gewesen!).
Aber würden sich die Designs denn grundsätzlich dazu eignen, zu Business-Kleidung kombiniert zu werden? Statement-Socken sind es allemal, zumindest wenn man den Statement-Part mit "möglichst bunt" übersetzt. Für meinen Geschmack ist bei den meisten der 15 Modelle aber viel zu viel los: zu viel Farbe, zu viele Muster. Auf mich wirken die Modelle dadurch größtenteils wie aus einer Kinderkollektion. Aus den 80ern. Weit weg von Colourblocking, witzigen Eintrickmustern und dergleichen...


Mit Farben zum Erfolg. 


14 Farben werden im Buch auf einer Doppelseite vorgestellt, mit sehr stimmungsvollen Fotos und einer kurzen Aufzählung der gängigen Farbbedeutungen. Dann folgt eine weitere Doppelseite mit einer Anleitung für ein Sockenmodell in der jeweiligen Farbe (und noch vielen weiteren, sodass nicht immer ganz deutlich ist, warum das Sockenmodell nun ausgerechnet dieser Farbe zugeordnet wurde) - mit mehreren Fotos, die sehr schön alle entscheidenden Teile der Socke (Bündchen, Ferse, Spitze) zeigen, aber unglücklicherweise viel zu klein geraten sind. 


Die Muster selbst gefallen mir häufig sehr gut, allerdings ist kaum eins dabei, das ich 1:1 so nachstricken würde. Nehmen wir zum Beispiel das Sockenmodell "Türkis": Für meinen Geschmack viel zu bunt in der Version aus dem Buch, dabei gefällt mir das Muster grundsätzlich gut. Ich habe mich beim Nachstricken für ein klassisches Navy-Blau und ein Farbverlaufsgarn entschieden, die Farbwechsel weggelassen und siehe da: man erzielt direkt einen viel zeitgemäßeren Look!


Der Business-Coach.  

Der Business-Coach Bert Martin Ohnemüller ist vermutlich die größte Enttäuschung an dem Buch. Nicht, weil er so viel Blödsinn schreibt, sondern im Gegenteil: Weil man so gut wie nichts von ihm liest! Gerade einmal mit zwei Sätzen wird er zitiert, und die sind nun auch nicht unbedingt augenöffnend. Wenn man auf dem Cover mit einem Namen wirbt, erwarte ich doch zumindest ein paar Worte zum Werdegang der Person und ein kurzes Interview (da ist es wieder, das Erwartungsmanagement!).

Insgesamt wirkt das Buch auf mich sehr unentschlossen. Wer mehr zum Thema Farbwirkung erfahren möchte oder sich für mutige Business-Mode interessiert, wird mit anderen Büchern glücklicher werden. Wer dagegen Mustersocken mag und bereit ist, die (Farb-)Vorschläge aus dem Buch etwas umzuinterpretieren, findet hier viele schöne Anregungen. Ein Must-have ist "Statement Socken stricken" aber definitiv nicht.

Da meine Meinung sicherlich hochgradig durch meine enttäuschten Erwartungen eingefärbt ist, möchte ich Dich gerne auch auf die Rezension von Sockshype verweisen, die ganz anders ausfällt als meine.
Und dann erzähl mal - hast Du überhaupt was übrig für Statement-Socken oder fragst Du Dich gerade, warum ich so viel Gewese um die Dinger mache?
xoxo Katha

Ulrike Brüggemann und Manuela Seitter: Statement Socken stricken. Mit Farben zum Erfolg. Business-Coach Bert Martin Ohnemüller erklärt, wie Farben wirken, TOPP Verlag 2019, 80 Seiten, ISBN-13: 9783772481390, 14,99 EUR, erhältlich u.a. hier.

Werbung. Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos vom TOPP Verlag zur Verfügung gestellt.
It's funny how your expectations determine how you evaluate a certain thing: the higher the expectations, the higher the likelihood of a disappointment. This is what happend to me while reviewing this book about statement socks. I was so excited about it when I first saw the cover! But even though it's a solid book, it could not measure up to my expectations...