Long time no see! Ich hoffe, Du hattest bis hierher einen herrlichen Sommer!

Mein Sommer war sehr fein und ich habe noch nicht genug davon. Die Herbstgarne und -projekte, die so langsam in den sozialen Medien herzmzuschwirren beginnen, interessieren mich noch so gar nicht - von mir aus darf die Barfuß-Saison gerne noch zwei Monate andauern!

Entsprechend stricke ich aktuell an Projekten aus reinem Leinen und reiner Baumwolle: Sommer auf den Nadeln, auch wenn die Projekte - wie jedes Jahr - vermutlich erst fertig werden, wenn die Eisdielen langsam schließen... Zumindest beim Leinenprojekt arbeite ich aber hart daran, es innerhalb der nächsten zwei Wochen fertigzustellen. Dann geht's nämlich mit Ruta von Wollen Berlin, Mimi von liebesweddingstrickt und einem Haufen anderer Strickverrückter auf Bootstour - gäbe es eine bessere Gelegenheit, ein neues Stricktop auszuführen?

(Keine Sorge, mittlerweile bin ich schon auf Achselhöhe angelangt!)

Und bevor ich die wichtigste Information unterschlage: Ich stricke eine Leinen-Version von Caitlin Hunters Tegna. Im schönsten Petrol, das man sich vorstellen kann (Garn: Lino Muka von Wollen Berlin).


Außerdem hatte ich einen Leinenversion von Morgan Woltersdorfs Peplum Top auf den Nadeln. Ein reizendes Sommertop mit Schößchen. Nur leider sah es an mir verdächtig nach Walroß-Garderobe aus - Guido hätte gesagt: "Das Top tut einfach nichts für Dich!" Schweren Herzens habe ich mich also dazu durchgerungen, zu ribbeln.


Das Garn (Chilly von Lana Grossa) hat mir allerdings gut gefallen (reines Leinen, aber als Schlauchgarn und daher einfacher zu verstricken als zum Beispiel das Garn von eben). Daher gebe ich (es) noch nicht auf, sondern versuche mich mal an einem Projekt, das extra für Chilly entworfen wurde...das About Berlin-Heft hatte ich praktischerweise seit der h&h eh hier liegen!


Den ganzen Sommer begleitet mich außerdem schon der Sabrina Sweater von We are Knitters, der hier nur noch als "Nippelpullover" bekannt ist. Da ich ausschließlich in der U-Bahn daran stricke, komme ich nur im Schneckentempo voran (ein Großteil der Nippel ist aber schon geschafft!^^).

Fertig geworden ist in den letzten Wochen tatsächlich nicht viel...es gab einfach zu viele andere Prioritäten (Biergärten, Eisdielen, Du kennst das sicher...). Lediglich zwei Cardigans in Baby-Format kann ich vermelden, denn es gibt mal wieder Nachwuchs im Freundeskreis:


Ist der Mini-Penguono (>Pengweeno) von Stephen West nicht einfach zauberhaft? Kleine Westknits-Designs sind doch immer goldig! Außerdem habe ich einen - wie ich finde - ganz coolen Baby Vertebrae in Grau-Knallgelb gestrickt.


Und Dreiviertel einer Babydecke (Leafy Baby Blanket), aber da muss ich ein Päuschen einlegen - nicht nur, weil mir das Garn ausgegangen ist, sondern auch, weil sich Babydecken ab einem gewissen Punkt einfach immer zu einer echten Labour of Love entwickeln...



Wie war Dein Sommer? Hast Du auch noch nicht genug oder bist Du schon bereit für den Herbst?
xoxo Katha

Verlinkt bei Maschenfein
Blog-wise, it has been a slow summer...and a lovely one! I'm not quite ready for the new fall yarns and chunky winter knits, but I am ready for a nice chat about my knitting projects (spoiler: there's a lot of linen!).
Disclaimer: Jetzt folgt ein Lobgesang auf Patty Lyons und ihren Video-Kurs zum Roselle Tee, verfasst aus freien Stücken und ohne Gegenleistung. Einfach nur, weil ich so begeistert davon bin! Dennoch gilt das vermutlich als Werbung.


Mit dem Vorhaben, ein schönes Sommertop zu stricken und nebenbei vielleicht noch etwas dazuzulernen, habe ich im Frühjahr an Patty Lyons RoselleKAL teilgenommen.
Der Clou: Zusammen mit der Anleitung gibt es eine Video-Klasse von der Designerin. In etlichen youtube-Tutorials erklärt sie die schwierigsten Passagen der Anleitung und gibt einem zu jedem Schritt wertvolle Tips mit auf den Weg.
Während des KALs ist zudem viel im zugehörigen Ravelry-Forum los, so dass man auch hier seine Fragen beantwortet bekommt und mit dem eigenen Strickfortschritt angeben kann. Und das beste: Der ganze Spaß kostet kaum mehr als die Anleitung alleine!

Wie man es von mir kennt, habe ich es zwar nicht geschafft, das Top während des Knit Alongs zu beenden, aber jetzt ist es fertig und begeistert mich sehr! Das Oberteil in A-Linie mit den schönen Lace-Details am Rücken und an den Ärmeln passt so ziemlich zu allem - ich habe es gleich mal in den Baumarkt ausgeführt!


Und obwohl das nicht mein erstes Strick-Oberteil ist, habe ich so viel gelernt! Neben Patty's spezieller SSK-Technik (für linksgeneigte Abnahmen) kann ich jetzt auch Abnahmen in Lace-Gestrick machen, weiß wie man glatt links Gestricktes unsichtbar vernäht und warum der Brustumfang bei der Größenwahl nicht das entscheidende Maß ist. Sogar in punkto Maschenproben hat mir Patty die Augen geöffnet - dabei hätte ich nicht gedacht, dass es in dem Bereich noch viel Neues für mich zu lernen gäbe!


Dafür muss man sich allerdings auf den Kurs einlassen! Auch wenn man meint, schon alles zu einem bestimmten Thema (wie eben Maschenproben) zu wissen: wenn man unvoreingenommen an das Projekt herangeht, lernt man bestimmt noch eine Kleinigkeit dazu! (s. dazu auch dieses Video von Kristy Glass...genau wie ihr ging es mir auch! Erst denkt man: "Das brauche ich nicht mehr zu lernen, das kann ich schon!" - und dann kommt der Aha-Moment!)
Nebenbei verrät Patty, wie man das Top individualisieren kann, zum Beispiel indem man die Ärmel verlängert. So kommt dann wirklich jeder zu seinem Wunsch-Oberteil! 


Ich bin immernoch total begeistert von dem Konzept und würde die Videokurse jedem, der sich Anleitung und Tutorials auf Englisch zutraut, uneingeschränkt weiterempfehlen. Schon alleine, weil Patty Lyons eine ganz tolle und sehr sympathische Lehrerin ist.
In wenigen Tagen startet der nächste Video-KAL (es ist mittlerweile der neunte), diesmal wird ein Cardigan gestrickt. Aber auch alle früheren Kurse sind nach wie vor erhältlich!

Ich hoffe, ich konnte Dich neugierig machen! Oder sind Strickkurse so gar nichts für Dich?
xoxo Katha

P.S.: Wer das Roselle Tee nachstricken möchte und wie ich nicht ans Original-Garn kommt, dem empfehle ich als Ersatz Cotton-Cashmere von Katia (LL 155m/50g). Die Baumwoll-Kaschmir-Mischung ist wunderbar weich und lässt sich toll verstricken - und am wichtigsten: Die Maschenprobe kommt fast hin, so dass man kaum umrechnen muss.
Have you ever taken part in one of Patty Lyons KALs? I've just finished my first and it has been SO.MUCH.FUN! So much fun to knit, so much to learn! And the result has instantly become a summer favorite!
Im Mai war viel los bei mir, auf den Nadeln und auch sonst. Zeit, einen Blick zurück zu werfen...

Was diesen Monat fertig geworden ist
Zwei Dreickstücher habe ich diesen Monat fertiggestellt, ein großes und ein kleines. Das große heißt Maeva und ist im Rahmen des #tahitiKALs von Frau Feinmotorik und der Firma Schachenmayr entstanden*. Fotos konnte ich noch keine machen, ich berichte dann ein andermal ausführlicher.
Wie so oft bei KALs war ich übrigens mal wieder überrascht, wie rasend schnell manche Leute stricken können. Teil 4 innerhalb eines Tages fertiggestellt??? Für die langen Reihen habe ich fast zwei Wochen gebraucht! Naja, man braucht ja auch Ziele...


Wesentlich schneller war das kleine Tuch fertig: Ein Dreieckstuch in Baby-Format, von der Spitze aus im Permuster getrickt und an den langen Enden mit Quasten verziert. Bei dem Garn handelt es sich um Pascuali Saffira*, eine Merino-Seide-Mischung (LL 200m/50g), sehr weich und mit schönem Glanz. Das Tuch wiegt keine 25g, aus einem Knäuel lassen sich also zwei kleine Bandana-Tücher stricken. Leider ist die Farbpalette noch sehr Blau/Grün-lastig, sonst würde ich das Garn auch für ein Sommertop in Erwägung ziehen.


Was diesen Monat noch fertig werden soll
Momentan stecke ich schon wieder im nächsten Knit-Along, nämlich dem Frühlingserwachen-Socken-KAL. Bis Ende Mai werden nach einer Anleitung von Kristin gemeinsam Socken gestrickt. Wie mir erst bei Socke zwei aufgefallen ist, habe ich das Muster etwas um-interpretiert, das Ergebnis gefällt mir trotzdem sehr gut - und so habe ich dann auch noch mehr Anreiz, die Anleitung ein zweites Mal zu stricken.
Ich verwende übrigens nicht das Original-Garn, sondern die Regia Premium Bamboo*, die mir bislang sehr gut gefällt: Weich und mit zartem Glanz, die Farbpalette eher gedämpft und natürlich (es gibt aber auch ein ganz tolles Gelb!). Ich bin gespannt, wie das Garn dann beim Tragen performen wird!


Woran ich gerade stricke
Neben den Frühlingserwachen-Socken, die mich in meiner Handtasche überall hin begleiten, stricke ich aktuell (immer noch) am Roselle Tee von Patty Lyons. Auch hierzu gab es einen KAL - der ist inzwischen vorbei, aber ich bin leider noch nicht fertig. Da es jetzt aber langsam wirklich Frühling zu werden scheint, möchte ich das hübsche Top bald tragen und habe nun den Turbo eingelegt. Das Vorderteil ist fertig, das Rückenteil zu Dreivierteln...und die Ärmel werden ja kurz. Noch bin ich der Meinung, das bis zum Wochenende packen zu können!


Was ich zwar nicht aufgegeben, aber erstmal zurückgestellt habe
Am ersten Sonntag im Mai hatte ich einen Workshop bei Yarn over Berlin gebucht...mit Stephen West!!! Ich wollte für diesen Anlass unbedingt noch ein neues Tuch stricken und habe Ende April/Anfang Mai alles andere liegengelassen und ein Vertices Unite angeschlagen.
In meinem Stash hatte ich schnell eine passende Garnauswahl gefunden...or so I thought.



Bei Teil 3 der Anleitung angekommen hatte ich entschieden, dass mir die Farbverteilung, vor allem bei Teil 1 (auf den Bildern rechts), nicht gut genug gefiel. Schweren Herzens habe ich noch einmal mit anderer Farbverteilung von vorne begonnen - in dem Wissens, keinesfalls mehr pünktlich zum Workshop fertig werden zu können.


Wieder bei Teil 3 angekommen...war ich immer noch nicht komplett zufrieden. Also habe ich das Projekt erstmal auf Eis gelegt und werde zu gegebener Zeit noch ein drittes Mal beginnen - vermutlich mit ein, zwei anderen Garnen. 
Was ich gelernt habe: Vertices Unite ist ein anspruchsvolles Projekt - einfach zu stricken, aber irre schwer bei der Garnzusammenstellung! 

Der Workshop mit Stephen West war übrigens trotzdem ein Riesen-Spaß: Ich habe mir ein altes Westknits-Design umgeschwungen und mich auf den Weg nach Mitte gemacht, um beim Shawl Mashup-Workshop einiges über Schalkonstruktion zu lernen, vor allem aber um ein bißchen was von Stephens Energie und guter Laune abzugreifen. Wenn Du mal die Gelegenheit haben solltest: Ein Westknits-Workshop lohnt sich!


Was ich im Kopf schon stricke (und hoffentlich bald auch auf den Nadeln habe)
Ich möchte diesen Sommer unbedigt ein Tegna Top von Caitlin Hunter stricken. Bevor ich mir erlaube damit loszulegen, muss erstmal etwas anders fertig werden, aber Maschenproben sind schon gestattet. Und auch notwendig! denn ich will mit reinem Leinen stricken (Lino Muka von Wollen Berlin) und noch komme ich der angegebenen Maschenzahl nicht einmal nahe. Aber so schnell gebe ich nicht auf!

 
Was ich sonst noch sagen wollte
Am Wochenende ist ein Gastbeitrag von mir bei Sockshype erschienen. Es geht um ein Thema, mit dem ich mich notgedrungen bestens auskenne: Stricken im Flugzeug. Falls Du demnächst eine Flugreise planst, schau doch vorbei!


Wie war der Mai für Dich? Woran strickst Du gerade? Hast Du Dein Sommertop schon fertig? 
xoxo Katha


*WERBUNG. Das Garn wurde mir auf der h+h vom Hersteller kosten- und bedingungslos als Produktprobe zur Verfügung gestellt. 

Verlinkt bei Maschenfein

In May, I mainly knitted shawls. I have a feeling that June will be about summer tops (made of cotton and linen) to get my wardrobe ready for summer! I'm still taking recommendations for summer top patterns - what's your favorite?
"Knit Happens" von Susanne Ortner war um den Erscheinungstermin herum in der Strick-Ecke des Internets omnipräsent. Der Hype ist inzwischen wieder abgeflaut...aus meiner Sicht lohnt es aber trotzdem, noch einmal einen Blick in das Buch zu werfen, weil es einigermaßen erstaunlich ist!


Susanne Ortner ist unter ihrem Pseudonym Susi Strickliesl "Deutschlands bekannteste Mützenstrickerin" und mit 15.000 Facebook-Likes und fast ebenso vielen Instagram-Followern auch sehr erfolgreiche Social Media-Strategin.

Wie mittlerweile eine ganze Reihe Strickblogger hat auch sie ein eigenes Strick-Buch veröffentlicht, das im Frühjahr erschienen ist. Bei vielen dieser Blogger-Büchern spürt man wenig von der Person, die hinter dem Buch steckt - zuweilen steht der Autoren-Name noch nicht einmal auf dem Titel.
Genau das Gegenteil ist bei "Knit Happens" der Fall - hier bekommt man Persönlichkeit pur! Mehr noch als ein Strickbuch ist diese Publikation ein Reiseführer durch den Susi Strickliesl-Kosmos.


Susanne Ortner erzählt von ihren Strick-Anfängen, gibt Einblicke in ihre Arbeit beim Musical, verrät ihre besten Tips ins Sachen Instagram, Facebook und anderer Social Media-Kanäle und erklärt die Grundsätze guter Blogfotografie. Illustriert ist das Buch mit unzähligen eigenen, mitunter sehr persönlichen Bildern. In ihren Texten lebt Susi, was sie immer wieder predigt: Sie lässt befreundete Blogger, Twitterer, Instagrammer und Podcaster zu Wort kommen; eine schöne Geste, wie ich finde.


Am Ende des Buches kommt dann endlich, worauf wir Stricker in der Regel aus sind: die Anleitungen! "Knit Happens" enthält 21 Projekte im typischen Susi Strickliesl-Stil: ausnahmslos Accessoires wie Schals und Mützen, zumeist mit dicker Nadel gestrickt. Gemodelt wurden die Modelle selbstverständlich von Susi und ihrem "Herzbuben" höchstpersönlich - alles andere wäre an dieser Stelle auch inkonsequent gewesen...(zumal die zwei hervorragend aussehen!)


Die Anleitungen selbst sind absolut Anfänger-geeignet und bis auf wenige Ausnahmen in ein paar Stunden gestrickt. Einen kleiner Wermutstropfen ist die fehlende Angabe der fertigen Maßen der Modelle (also der Umfang der fertigen Mütze oder die Gesamtlänge des fertigen Schals) - kann man sich anhand der Maschenprobe natürlich ausrechnen, ist aber etwas mühsam. Andererseits: Die Projekte richten sich nunmal ganz klar an Strick-Beginner und wenn ich daran denke, wie ich meine ersten Mützen und Schals gestrickt habe...da hätten mich solche Fragen überhaupt nicht interessiert! Insofern ist das vermutlich alles ganz Zielgruppen-gerecht.

Fazit
So viel Personality gibt es bei DIY-Büchern selten! Ein spannender Ansatz und - in abgemilderter Form - vielleicht auch eine Idee für die Buchprojekte anderer Blogger.
Das Buch ist auf alle Fälle perfekt für Susi-Fans, Social Media-Neulinge alle, die schon immer ein typisches Susi Strickliesl-Design nachstricken wollten.

Hast Du mal ins Buch reingeschaut? Wie war Dein Eindruck?
xoxo Katha

Weitere Rezensionen bei:
feierabendfrickeleien
jetztkochtsieauchnoch
Sockshype
Strickfisch
Susi Strickliesl im Frickeltalk

Susanne Ortner: Knit Happens. Strickprojekte, Social Media & Mehr, Edition Michael Fischer, München 2019, 144 Seiten, ISBN 978-3-96093-256-7, 20 EUR. 


WERBUNG. Das Buch wurde mir vom EMF Verlag als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.
If you believe that knitting books are always just a collection of patterns, think again! German knitter Susi Strickliesl has put together a book about Social Media, life at the musical and, yes, knitting patterns as well.

Die Woche vor Ostern hat es mich nach langer Zeit mal wieder nach New York verschlagen. Eigentlich hatte ich in Anbetracht der derzeitigen politischen Lage gar nicht so große Lust, in die USA zu reisen, aber ich bin sehr froh, dass ich es trotzdem getan habe...es war nämlich ein wunderbarer Urlaub!


Viele der Top-Sehenswürdigkeiten kannte ich schon von früheren Besuchen des Big Apple und so war dieses Mal auch Zeit für das ziellose Schlendern durch Soho und die Erkundung von Brooklyn.
Brooklyn ist mir dabei richtig ans Herz gewachsen: Hier geht es viel entspannter zu als in Manhattan, man sieht mehr "echtes Leben" und weniger Touri-Kram...und Essen gehen macht hier auch mehr Spaß.

Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, auch ein paar Wollgeschäften einen Besuch abzustatten. Alleine schon fürs Souvenir-Shopping!


Mein erster Stop war Purl Soho. Die Ästhetik des Shops ist mir von der Website und Instagram bestens vertraut und zieht sich durch den wunderschönen Laden. Im Angebot sind Garne und Stoffe, die nach Qualitäten sortiert die langen Wände säumen.
Die Garne stammen vorrangig aus der eigenen Linie, aber auch Madelinetosh, Manos del Uruguay, Knit Collage, Koigu, Woolful, Brooklyn Tweed und weitere Hersteller gehören zum Programm.
Der Service ist amerikanisch-aufdringlich (mir ist das immer schon ein Tick zu viel Freundlichkeit, aber ich bin als Berlinerin in der Hinsicht auch nicht viel gewohnt), aber man darf auch einigermaßen unbehelligt alleine durch den Laden spazieren, wenn man das vorzieht.


Was ich mich (aber leider nicht die Mitarbeiter) gefragt habe: Im Laden finden regelmäßig Knit Nights statt (Termine findest Du auf Instagram), und ich wüsste gerne, wo die Stricker*innen dann so alle sitzen.Weißt Du da zufälligerweise mehr?

Purl Soho, 459 Broome St, New York
Mo - Fr 12-19 Uhr, Sa & So 12 - 18 Uhr
https://www.purlsoho.com


Ein weiteres Wollgeschäft in Manhattan, das ich während des Urlaubs besuchen wollte, ist Knitty City. Alleine schon wegen des super Namens.


Das Geschäft ist wie auch Purl Soho ein langer, eher schmaler Schlauch, aber während bei Purl Soho alles luftig und aufgeräumt wirkt, ist der Eindruck bei Knitty City überbordende Fülle: In jedem Winkel stapeln sich Garne, Samples, Bücher und Zubehör. Knitty City führt bekannte Hersteller wie Rowan, Berroco, Cascade Yarns, Malabrigo, Madelinetosh, Manos del Uruguay und Woolfolk, aber auch unbekanntere Handfärber wie TréLiz aus Griechenland. Ein wichtiges Anliegen des Shops ist das "Community Building" und so stehen im Zentrum des Ladens zwei Tische, an denen während meines Besuchs fleißig gestrickt und gequatscht wurde.

Knitty City, 208 W 79th St, New York
Mo - Di und Fr - Sa 11 - 18 Uhr, Mi - Do 11 - 20 Uhr, So 12 - 17 Uhr
https://www.knittycitynyc.com

Zuletzt habe ich das Lion Brand Yarn Studio besucht, den Flagshipstore des Garnherstellers Lion Brand, der vor allem für günstige Kaufhaus-Garne bekannt ist. Entsprechend niedrig waren meine Erwartungen an den Store, aber da ich gerade in der Gegen war...


Aber Du ahnst es schon: Im Laden wurde ich positiv überrascht! Das geht mit der Garn-Auswahl los: Neben dem zugegebenermaßen ziemlich langweiligen Standard-Sortiment von Lion Brand gibt es im Yarn Studio auch die Premium-Linie LB Collection, die sonst nur Online verfügbar ist. Statt Poly stehen hier Seide, Alpaka und Cashmere auf dem Programm - und das, bedingt durch den Direktvertrieb, zu sehr attraktiven Preisen. 


Die passenden Lion Brand-Anleitungen kann man im Shop recherchieren und gratis ausdrucken. 


Neben den Garnen steht hier die (Strick-)Bildung im Mittelpunkt: Fast täglich werden Workshops angeboten, zum Teil sogar kostenlos. Aus meiner Sicht ein Flagship-Store, der alles richtig macht: Lion Brand ist mir als Marke jedenfalls deutlich sympathischer als vor meinem Besuch im Shop. 


Lion Brand Yarn Studio, 34 W 15th St, New York
Mo & Do 11 - 20 Uhr, Di & Mi 12 - 18 Uhr, Fr 10 - 16 Uhr, So 11 - 19 Uhr
https://www.lionbrandyarnstudio.com

Neben dem ganzen Wollgeschäfte-Hopping hab ich natürlich noch ein paar andere Dinge in New York unternommen, daher hab ich Dir noch einige zusätzliche Empfehlungen mitgebracht:

3x gut essen in Brooklyn
  • Sweetwater Restaurant: Französisches Flair, ein romantischer Garten und verdammt gutes Essen. Ich schwärme immernoch vom Rote Bete-Salat mit Ricotta und Nüssen!
  • Caracas Arepa Bar: Laut, aber gemütlich. Die Arepas sehen klein aus, machen aber ordentlich satt. Der eigentliche Star sind aber die Vorspeisen: Probier unbedingt die Croquetas!
  • Haab Taqueria: Solide mexikanische Küche und extrem herzlicher Service. Nach 20h gibt's Menüs zum Sonderpreis!
3 Unternehmungen, die sich lohnen
  • Rooftop vom Metropolitain Museum: In den Sommermonaten öffnet das Metropoltain Museum seine Dachterrasse und präsentiert jedes Jahr die Installation eines anderen Künstlers. Dieses Jahr wurde diese Ehre Alicja Kwade zuteil, die in Deutschland lebt und richtig gute Kunst macht. Wen das noch nicht überzeugt, der kommt einfach am Wochenende, wenn die Kunst von Cocktails begleitet wird. 
  • Coney Island: Ein Trip zur südlichsten Spitze Brooklyns dauert ewig - wer die Reise auf sich nimmt, wird mit einem ganz besonderen Flair entschädigt: Atlantikküste, Pier und Vergnügungspark bilden eine irre Kulisse. Einfach an einem der etliche Imbisse einen Snack besorgen und gemütlich am Strand picknicken.  


  • Mit der Fähre von Manhattan nach Brooklyn: Alle paar Minuten fährt eine Fähre zwischen Manhattan und Brooklyn hin und her - für ein paar Dollar kann man mitfahren und die atemberaubende Skyline in sich aufsaugen.  

Und zu guter Letzt ein Bonus-Tip, denn irgendwo muss man schließlich auch Wohnen:
Übernachtet habe ich im Gowanus Inn & Yard in Brooklyn, das ich vorbehaltlos weiterempfehlen kann: Saubere Zimmer, freundliches Personal, nette Lage in Brooklyn und gute Anbindung nach Manhattan und - nicht zu verachten - bezahlbar!

Warst Du schon einmal in New York? Was hat Dir dort am besten gefallen?
xoxo Katha
Last month, I visited New York for the first time since I consider myself a lifestyle knitter. Of course, I had to visit a couple of yarn shops...
Nachdem ich im März so brav ein Projekt nach dem anderen beendet habe, konnte ich mich im April schon wieder nicht beherrschen... Und ruck-zuck hab ich sechs angefangene Strickstücke produziert, die mich vorwurfsvoll ansehen.

Warum? Weil ich aktuell exklusiv an einem siebten Projekt stricke. Denn: Stephen West kommt in die Stadt, um bei Yarn over Berlin Workshops zu geben (es gibt sogar noch wenige Plätze!). Ich habe eine Workshop-Platz gebucht und würde zu gerne in einem neuen Westknits-Design aufkreuzen... also stricke ich im Turbo ein Vertices Unite-Tuch. Ich bin verhalten-optimistisch, dass ich das bis nächste Woche schaffe, immerhin habe ich mittlerweile schon Teil 3 (von 6) bezwungen.

Meine Farbwahl.

Sobald dieses Tuch fertiggestellt oder der Workshop vorüber ist (was auch immer davon früher eintritt), widme ich mich dann wieder dem TahitiKAL. Auf der h+h angeschlagen, stricke ich mit gefühlt der halben Instagram-Strickcommunity ein sommerliches Dreickstuch aus der Schachenmayr Tahiti (99% Baumwolle, 1% Polyester)*. Ich habe mir eine sehr sanfte Farbkombination ausgesucht - Stone und Südsee; das wird zum weißen Sommerkleidchen sicher sehr hübsch aussehen.


Ebenfalls von der h+h inspiriert ist ein Sockenprojekt auf meinen Nadeln: Nachdem ich mich auf der Messe so in die Moomin-Designs am Novita-Stand verliebt habe, musste ich mein eigenes anschlagen. Ich werde mich am Covermodell versuchen und zum ersten Mal Kniestrümpfe machen*. Ich glaube, das wird sehr niedlich!


Bevor ich mich wieder dem winterlichen Strumpf-Projekt widme, soll das Roselle Tee fertig werden, das ich im Rahmen eines weiteren KALs stricke, der von Designerin Patty Lyons veranstaltet wird (ich hatte berichtet). Da das Original-Garn in Deutschland schwer zu kriegen ist, stricke ich das Sommertop aus der Cotton Cashmere von Katia (90% Baumwolle, 10% Cashmere), die sich sehr angenehm verarbeiten lässt - kein Vergleich zu herkömmlichem Baumwollgarn.


Ein ganz klein bißchen was ist diesen Monat auch fertig geworden, das ist ja auch wichtig fürs Gefühl! Die Woche vor Ostern war ich für ein paar Tage in New York, um dort Freunde zu besuchen. Auf dem Hinflug habe ich einen Einkaufsbeutel gestrickt, als Gastgeschenk. Die Anleitung stammt von Paula_m und ist kostenlos auf der Homepage der Initiative Handarbeit erhältlich. Sie wurde im Rahmen der #MakeMeTakeMe-Aktion veröffentlicht - ein Projekt zur Vermeidung von Plastiktüten.


In Deutschland sind Plastiktüten mittlerweile ja schon weit zurückgedrängt worden, beim Einkaufen sieht man sie nur noch selten. Entsprechend habe ich auf Instagram im Zusammenhang mit der Aktion häufiger Kommentare gelesen, die die Notwendigkeit dieser Nachhaltigkeits-Aktion in Frage stellen.
In New York ist mir schlagartig wieder sehr bewusst geworden, dass wir in Sachen nachhaltiger Lebensführung noch ganz am Anfang stehen. Plastiktüten gibt es sogar für einen 6er-Träger Bier mit Tragegriff (dann natürlich mindestens zwei, sechs Biere sind schließlich schwer!) und Take Away-Kaffee und -Essen ist so verbreitet, dass die zugehörigen Behältnisse fast den kompletten Inhalt der öffentlichen Mülleimer ausmachen. Der bewusste(re) Umgang mit Ressourcen ist in den USA ganz offensichtlich noch eine absolute Randerscheinung.
Umso mehr freue ich mich, dass die Initiative Handarbeit bereits jetzt das Ziel von 10.000 selbstgemachten Einkaufstaschen erreicht hat! Das ist doch ein Anfang!

Was tut sich denn gerade so auf Deinen Nadeln? Oder strickst Du etwa nur im Winter?
xoxo Katha

*WERBUNG. Das Garn wurde mir vom Hersteller kosten- und bedingungslos als Produktprobe zur Verfügung gestellt. 

Verlinkt bei Maschenfein, Caros Fummeley.
This month on my needles: Two shawls, a shirt, knee-high socks and a knitted shopping bag.
And on my mind: All the plastic waste we bring in this world.

Für das Wochenende ist nach den sommerlichen Temperaturen der letzten Tage ein Kälteeinbruch vorhergesagt - vielleicht die letzte Gelgenheit, vor dem Sommer nochmal meinen Ess zu tragen. Und definitiv die letzte Gelgenheit, ihn Dir zu zeigen, bevor keiner mehr Lust auf Winterstrick hat...

Ess [ɛs]
When professional names are shared across genders, it is always the one that refers to men that takes precedence. Instead of using a neutral term, or using the extended version, any difference is hidden in the male term: seemingly to be 'fair', but ignoring the root word's long history of being a predominantly male profession. No man becomes a shepherdess, actress, waitress, or governess. [...] With these thoughts in mind, this shawl is called simply Ess - no root, just the bonus extra letters.
Schon die Idee hinter der Namensgebung, die Designerin Anna Maltz in ihrem Buch Marlisle beschreibt, ist ein echtes Argument für dieses Dreieckstuch...
Zweifädig gestrickt in Marlisle-Technik, riesig groß, kuschelig weich und mit Fransen ausgerüstet. Damit ist es eindeutig mein liebstes Projekt aus dem letzten Jahr!


Die Konstruktion ist, wie üblich bei Designs von Anna Maltz, superschlau. Das Tuch wird in Runden gestrickt und später gesteekt, was bei mehrfarbigem Gestrick ja häufig (so auch hier) eine Vereinfachung bedeutet. Begonnen wird von der langen Seite, so dass die Runden ständig kürzer werden. Supergut, wenn man wie ich am Projektbeginn noch total motiviert ist, diesen Elan aber nicht ewig aufrecht erhalten kann...

Ich habe mich besonders in die hier zum Einsatz kommende Steek-Variante verliebt, bei der die Schnittkante weder umhäkelt noch vernäht, sondern nach dem Aufschneiden geknotet wird. Genau das Richtige für Häkel- und Näh-Honks wie mich!


Das fertige Tuch hat eine Länge von 176 cm und misst an der breitesten Stelle 66 cm (ohne Fransen).
Verstrickt habe ich 300g Blend von Rohrspatz & Wollmeise (LL 499m/150g) und 70g Austermann Caleido Lace (LL 250m/50g) in einer sehr kontrastarmen Farbkombination. Ich mag es ganz gerne, wenn man erst auf den zweiten Blick erkennt, dass ein Modell mit mehreren Farben gestrickt ist. Mit mehr Kontrast wirkt Ess gleich ein Stück anders, schau mal bei Ravelry (klick).


Ich hab hier noch Wolle für weitere Marlisle-Projekte, über kurz oder lang werde ich mich sicher durch das halbe Buch stricken. Ich kann auch nicht genau sagen, woran es liegt, aber diese Technik ist total mein Ding!
Hast Du die Technik inzwischen auch ausprobiert?
xoxo Katha
I'm finally able to show you pictures of my favorite knitting project of last year! It's Ess by Anna Maltz - a triangular shawl that is fun to knit, fun to wear and a great piece to try out how to do a knotted steek. I'll probably knit it again someday - and that's really saying something!