Disclaimer: Jetzt folgt ein Lobgesang auf Patty Lyons und ihren Video-Kurs zum Roselle Tee, verfasst aus freien Stücken und ohne Gegenleistung. Einfach nur, weil ich so begeistert davon bin! Dennoch gilt das vermutlich als Werbung.


Mit dem Vorhaben, ein schönes Sommertop zu stricken und nebenbei vielleicht noch etwas dazuzulernen, habe ich im Frühjahr an Patty Lyons RoselleKAL teilgenommen.
Der Clou: Zusammen mit der Anleitung gibt es eine Video-Klasse von der Designerin. In etlichen youtube-Tutorials erklärt sie die schwierigsten Passagen der Anleitung und gibt einem zu jedem Schritt wertvolle Tips mit auf den Weg.
Während des KALs ist zudem viel im zugehörigen Ravelry-Forum los, so dass man auch hier seine Fragen beantwortet bekommt und mit dem eigenen Strickfortschritt angeben kann. Und das beste: Der ganze Spaß kostet kaum mehr als die Anleitung alleine!

Wie man es von mir kennt, habe ich es zwar nicht geschafft, das Top während des Knit Alongs zu beenden, aber jetzt ist es fertig und begeistert mich sehr! Das Oberteil in A-Linie mit den schönen Lace-Details am Rücken und an den Ärmeln passt so ziemlich zu allem - ich habe es gleich mal in den Baumarkt ausgeführt!


Und obwohl das nicht mein erstes Strick-Oberteil ist, habe ich so viel gelernt! Neben Patty's spezieller SSK-Technik (für linksgeneigte Abnahmen) kann ich jetzt auch Abnahmen in Lace-Gestrick machen, weiß wie man glatt links Gestricktes unsichtbar vernäht und warum der Brustumfang bei der Größenwahl nicht das entscheidende Maß ist. Sogar in punkto Maschenproben hat mir Patty die Augen geöffnet - dabei hätte ich nicht gedacht, dass es in dem Bereich noch viel Neues für mich zu lernen gäbe!


Dafür muss man sich allerdings auf den Kurs einlassen! Auch wenn man meint, schon alles zu einem bestimmten Thema (wie eben Maschenproben) zu wissen: wenn man unvoreingenommen an das Projekt herangeht, lernt man bestimmt noch eine Kleinigkeit dazu! (s. dazu auch dieses Video von Kristy Glass...genau wie ihr ging es mir auch! Erst denkt man: "Das brauche ich nicht mehr zu lernen, das kann ich schon!" - und dann kommt der Aha-Moment!)
Nebenbei verrät Patty, wie man das Top individualisieren kann, zum Beispiel indem man die Ärmel verlängert. So kommt dann wirklich jeder zu seinem Wunsch-Oberteil! 


Ich bin immernoch total begeistert von dem Konzept und würde die Videokurse jedem, der sich Anleitung und Tutorials auf Englisch zutraut, uneingeschränkt weiterempfehlen. Schon alleine, weil Patty Lyons eine ganz tolle und sehr sympathische Lehrerin ist.
In wenigen Tagen startet der nächste Video-KAL (es ist mittlerweile der neunte), diesmal wird ein Cardigan gestrickt. Aber auch alle früheren Kurse sind nach wie vor erhältlich!

Ich hoffe, ich konnte Dich neugierig machen! Oder sind Strickkurse so gar nichts für Dich?
xoxo Katha

P.S.: Wer das Roselle Tee nachstricken möchte und wie ich nicht ans Original-Garn kommt, dem empfehle ich als Ersatz Cotton-Cashmere von Katia (LL 155m/50g). Die Baumwoll-Kaschmir-Mischung ist wunderbar weich und lässt sich toll verstricken - und am wichtigsten: Die Maschenprobe kommt fast hin, so dass man kaum umrechnen muss.
Have you ever taken part in one of Patty Lyons KALs? I've just finished my first and it has been SO.MUCH.FUN! So much fun to knit, so much to learn! And the result has instantly become a summer favorite!
Im Mai war viel los bei mir, auf den Nadeln und auch sonst. Zeit, einen Blick zurück zu werfen...

Was diesen Monat fertig geworden ist
Zwei Dreickstücher habe ich diesen Monat fertiggestellt, ein großes und ein kleines. Das große heißt Maeva und ist im Rahmen des #tahitiKALs von Frau Feinmotorik und der Firma Schachenmayr entstanden*. Fotos konnte ich noch keine machen, ich berichte dann ein andermal ausführlicher.
Wie so oft bei KALs war ich übrigens mal wieder überrascht, wie rasend schnell manche Leute stricken können. Teil 4 innerhalb eines Tages fertiggestellt??? Für die langen Reihen habe ich fast zwei Wochen gebraucht! Naja, man braucht ja auch Ziele...


Wesentlich schneller war das kleine Tuch fertig: Ein Dreieckstuch in Baby-Format, von der Spitze aus im Permuster getrickt und an den langen Enden mit Quasten verziert. Bei dem Garn handelt es sich um Pascuali Saffira*, eine Merino-Seide-Mischung (LL 200m/50g), sehr weich und mit schönem Glanz. Das Tuch wiegt keine 25g, aus einem Knäuel lassen sich also zwei kleine Bandana-Tücher stricken. Leider ist die Farbpalette noch sehr Blau/Grün-lastig, sonst würde ich das Garn auch für ein Sommertop in Erwägung ziehen.


Was diesen Monat noch fertig werden soll
Momentan stecke ich schon wieder im nächsten Knit-Along, nämlich dem Frühlingserwachen-Socken-KAL. Bis Ende Mai werden nach einer Anleitung von Kristin gemeinsam Socken gestrickt. Wie mir erst bei Socke zwei aufgefallen ist, habe ich das Muster etwas um-interpretiert, das Ergebnis gefällt mir trotzdem sehr gut - und so habe ich dann auch noch mehr Anreiz, die Anleitung ein zweites Mal zu stricken.
Ich verwende übrigens nicht das Original-Garn, sondern die Regia Premium Bamboo*, die mir bislang sehr gut gefällt: Weich und mit zartem Glanz, die Farbpalette eher gedämpft und natürlich (es gibt aber auch ein ganz tolles Gelb!). Ich bin gespannt, wie das Garn dann beim Tragen performen wird!


Woran ich gerade stricke
Neben den Frühlingserwachen-Socken, die mich in meiner Handtasche überall hin begleiten, stricke ich aktuell (immer noch) am Roselle Tee von Patty Lyons. Auch hierzu gab es einen KAL - der ist inzwischen vorbei, aber ich bin leider noch nicht fertig. Da es jetzt aber langsam wirklich Frühling zu werden scheint, möchte ich das hübsche Top bald tragen und habe nun den Turbo eingelegt. Das Vorderteil ist fertig, das Rückenteil zu Dreivierteln...und die Ärmel werden ja kurz. Noch bin ich der Meinung, das bis zum Wochenende packen zu können!


Was ich zwar nicht aufgegeben, aber erstmal zurückgestellt habe
Am ersten Sonntag im Mai hatte ich einen Workshop bei Yarn over Berlin gebucht...mit Stephen West!!! Ich wollte für diesen Anlass unbedingt noch ein neues Tuch stricken und habe Ende April/Anfang Mai alles andere liegengelassen und ein Vertices Unite angeschlagen.
In meinem Stash hatte ich schnell eine passende Garnauswahl gefunden...or so I thought.



Bei Teil 3 der Anleitung angekommen hatte ich entschieden, dass mir die Farbverteilung, vor allem bei Teil 1 (auf den Bildern rechts), nicht gut genug gefiel. Schweren Herzens habe ich noch einmal mit anderer Farbverteilung von vorne begonnen - in dem Wissens, keinesfalls mehr pünktlich zum Workshop fertig werden zu können.


Wieder bei Teil 3 angekommen...war ich immer noch nicht komplett zufrieden. Also habe ich das Projekt erstmal auf Eis gelegt und werde zu gegebener Zeit noch ein drittes Mal beginnen - vermutlich mit ein, zwei anderen Garnen. 
Was ich gelernt habe: Vertices Unite ist ein anspruchsvolles Projekt - einfach zu stricken, aber irre schwer bei der Garnzusammenstellung! 

Der Workshop mit Stephen West war übrigens trotzdem ein Riesen-Spaß: Ich habe mir ein altes Westknits-Design umgeschwungen und mich auf den Weg nach Mitte gemacht, um beim Shawl Mashup-Workshop einiges über Schalkonstruktion zu lernen, vor allem aber um ein bißchen was von Stephens Energie und guter Laune abzugreifen. Wenn Du mal die Gelegenheit haben solltest: Ein Westknits-Workshop lohnt sich!


Was ich im Kopf schon stricke (und hoffentlich bald auch auf den Nadeln habe)
Ich möchte diesen Sommer unbedigt ein Tegna Top von Caitlin Hunter stricken. Bevor ich mir erlaube damit loszulegen, muss erstmal etwas anders fertig werden, aber Maschenproben sind schon gestattet. Und auch notwendig! denn ich will mit reinem Leinen stricken (Lino Muka von Wollen Berlin) und noch komme ich der angegebenen Maschenzahl nicht einmal nahe. Aber so schnell gebe ich nicht auf!

 
Was ich sonst noch sagen wollte
Am Wochenende ist ein Gastbeitrag von mir bei Sockshype erschienen. Es geht um ein Thema, mit dem ich mich notgedrungen bestens auskenne: Stricken im Flugzeug. Falls Du demnächst eine Flugreise planst, schau doch vorbei!


Wie war der Mai für Dich? Woran strickst Du gerade? Hast Du Dein Sommertop schon fertig? 
xoxo Katha


*WERBUNG. Das Garn wurde mir auf der h+h vom Hersteller kosten- und bedingungslos als Produktprobe zur Verfügung gestellt. 

Verlinkt bei Maschenfein

In May, I mainly knitted shawls. I have a feeling that June will be about summer tops (made of cotton and linen) to get my wardrobe ready for summer! I'm still taking recommendations for summer top patterns - what's your favorite?
"Knit Happens" von Susanne Ortner war um den Erscheinungstermin herum in der Strick-Ecke des Internets omnipräsent. Der Hype ist inzwischen wieder abgeflaut...aus meiner Sicht lohnt es aber trotzdem, noch einmal einen Blick in das Buch zu werfen, weil es einigermaßen erstaunlich ist!


Susanne Ortner ist unter ihrem Pseudonym Susi Strickliesl "Deutschlands bekannteste Mützenstrickerin" und mit 15.000 Facebook-Likes und fast ebenso vielen Instagram-Followern auch sehr erfolgreiche Social Media-Strategin.

Wie mittlerweile eine ganze Reihe Strickblogger hat auch sie ein eigenes Strick-Buch veröffentlicht, das im Frühjahr erschienen ist. Bei vielen dieser Blogger-Büchern spürt man wenig von der Person, die hinter dem Buch steckt - zuweilen steht der Autoren-Name noch nicht einmal auf dem Titel.
Genau das Gegenteil ist bei "Knit Happens" der Fall - hier bekommt man Persönlichkeit pur! Mehr noch als ein Strickbuch ist diese Publikation ein Reiseführer durch den Susi Strickliesl-Kosmos.


Susanne Ortner erzählt von ihren Strick-Anfängen, gibt Einblicke in ihre Arbeit beim Musical, verrät ihre besten Tips ins Sachen Instagram, Facebook und anderer Social Media-Kanäle und erklärt die Grundsätze guter Blogfotografie. Illustriert ist das Buch mit unzähligen eigenen, mitunter sehr persönlichen Bildern. In ihren Texten lebt Susi, was sie immer wieder predigt: Sie lässt befreundete Blogger, Twitterer, Instagrammer und Podcaster zu Wort kommen; eine schöne Geste, wie ich finde.


Am Ende des Buches kommt dann endlich, worauf wir Stricker in der Regel aus sind: die Anleitungen! "Knit Happens" enthält 21 Projekte im typischen Susi Strickliesl-Stil: ausnahmslos Accessoires wie Schals und Mützen, zumeist mit dicker Nadel gestrickt. Gemodelt wurden die Modelle selbstverständlich von Susi und ihrem "Herzbuben" höchstpersönlich - alles andere wäre an dieser Stelle auch inkonsequent gewesen...(zumal die zwei hervorragend aussehen!)


Die Anleitungen selbst sind absolut Anfänger-geeignet und bis auf wenige Ausnahmen in ein paar Stunden gestrickt. Einen kleiner Wermutstropfen ist die fehlende Angabe der fertigen Maßen der Modelle (also der Umfang der fertigen Mütze oder die Gesamtlänge des fertigen Schals) - kann man sich anhand der Maschenprobe natürlich ausrechnen, ist aber etwas mühsam. Andererseits: Die Projekte richten sich nunmal ganz klar an Strick-Beginner und wenn ich daran denke, wie ich meine ersten Mützen und Schals gestrickt habe...da hätten mich solche Fragen überhaupt nicht interessiert! Insofern ist das vermutlich alles ganz Zielgruppen-gerecht.

Fazit
So viel Personality gibt es bei DIY-Büchern selten! Ein spannender Ansatz und - in abgemilderter Form - vielleicht auch eine Idee für die Buchprojekte anderer Blogger.
Das Buch ist auf alle Fälle perfekt für Susi-Fans, Social Media-Neulinge alle, die schon immer ein typisches Susi Strickliesl-Design nachstricken wollten.

Hast Du mal ins Buch reingeschaut? Wie war Dein Eindruck?
xoxo Katha

Weitere Rezensionen bei:
feierabendfrickeleien
jetztkochtsieauchnoch
Sockshype
Strickfisch
Susi Strickliesl im Frickeltalk

Susanne Ortner: Knit Happens. Strickprojekte, Social Media & Mehr, Edition Michael Fischer, München 2019, 144 Seiten, ISBN 978-3-96093-256-7, 20 EUR. 


WERBUNG. Das Buch wurde mir vom EMF Verlag als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.
If you believe that knitting books are always just a collection of patterns, think again! German knitter Susi Strickliesl has put together a book about Social Media, life at the musical and, yes, knitting patterns as well.

Die Woche vor Ostern hat es mich nach langer Zeit mal wieder nach New York verschlagen. Eigentlich hatte ich in Anbetracht der derzeitigen politischen Lage gar nicht so große Lust, in die USA zu reisen, aber ich bin sehr froh, dass ich es trotzdem getan habe...es war nämlich ein wunderbarer Urlaub!


Viele der Top-Sehenswürdigkeiten kannte ich schon von früheren Besuchen des Big Apple und so war dieses Mal auch Zeit für das ziellose Schlendern durch Soho und die Erkundung von Brooklyn.
Brooklyn ist mir dabei richtig ans Herz gewachsen: Hier geht es viel entspannter zu als in Manhattan, man sieht mehr "echtes Leben" und weniger Touri-Kram...und Essen gehen macht hier auch mehr Spaß.

Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, auch ein paar Wollgeschäften einen Besuch abzustatten. Alleine schon fürs Souvenir-Shopping!


Mein erster Stop war Purl Soho. Die Ästhetik des Shops ist mir von der Website und Instagram bestens vertraut und zieht sich durch den wunderschönen Laden. Im Angebot sind Garne und Stoffe, die nach Qualitäten sortiert die langen Wände säumen.
Die Garne stammen vorrangig aus der eigenen Linie, aber auch Madelinetosh, Manos del Uruguay, Knit Collage, Koigu, Woolful, Brooklyn Tweed und weitere Hersteller gehören zum Programm.
Der Service ist amerikanisch-aufdringlich (mir ist das immer schon ein Tick zu viel Freundlichkeit, aber ich bin als Berlinerin in der Hinsicht auch nicht viel gewohnt), aber man darf auch einigermaßen unbehelligt alleine durch den Laden spazieren, wenn man das vorzieht.


Was ich mich (aber leider nicht die Mitarbeiter) gefragt habe: Im Laden finden regelmäßig Knit Nights statt (Termine findest Du auf Instagram), und ich wüsste gerne, wo die Stricker*innen dann so alle sitzen.Weißt Du da zufälligerweise mehr?

Purl Soho, 459 Broome St, New York
Mo - Fr 12-19 Uhr, Sa & So 12 - 18 Uhr
https://www.purlsoho.com


Ein weiteres Wollgeschäft in Manhattan, das ich während des Urlaubs besuchen wollte, ist Knitty City. Alleine schon wegen des super Namens.


Das Geschäft ist wie auch Purl Soho ein langer, eher schmaler Schlauch, aber während bei Purl Soho alles luftig und aufgeräumt wirkt, ist der Eindruck bei Knitty City überbordende Fülle: In jedem Winkel stapeln sich Garne, Samples, Bücher und Zubehör. Knitty City führt bekannte Hersteller wie Rowan, Berroco, Cascade Yarns, Malabrigo, Madelinetosh, Manos del Uruguay und Woolfolk, aber auch unbekanntere Handfärber wie TréLiz aus Griechenland. Ein wichtiges Anliegen des Shops ist das "Community Building" und so stehen im Zentrum des Ladens zwei Tische, an denen während meines Besuchs fleißig gestrickt und gequatscht wurde.

Knitty City, 208 W 79th St, New York
Mo - Di und Fr - Sa 11 - 18 Uhr, Mi - Do 11 - 20 Uhr, So 12 - 17 Uhr
https://www.knittycitynyc.com

Zuletzt habe ich das Lion Brand Yarn Studio besucht, den Flagshipstore des Garnherstellers Lion Brand, der vor allem für günstige Kaufhaus-Garne bekannt ist. Entsprechend niedrig waren meine Erwartungen an den Store, aber da ich gerade in der Gegen war...


Aber Du ahnst es schon: Im Laden wurde ich positiv überrascht! Das geht mit der Garn-Auswahl los: Neben dem zugegebenermaßen ziemlich langweiligen Standard-Sortiment von Lion Brand gibt es im Yarn Studio auch die Premium-Linie LB Collection, die sonst nur Online verfügbar ist. Statt Poly stehen hier Seide, Alpaka und Cashmere auf dem Programm - und das, bedingt durch den Direktvertrieb, zu sehr attraktiven Preisen. 


Die passenden Lion Brand-Anleitungen kann man im Shop recherchieren und gratis ausdrucken. 


Neben den Garnen steht hier die (Strick-)Bildung im Mittelpunkt: Fast täglich werden Workshops angeboten, zum Teil sogar kostenlos. Aus meiner Sicht ein Flagship-Store, der alles richtig macht: Lion Brand ist mir als Marke jedenfalls deutlich sympathischer als vor meinem Besuch im Shop. 


Lion Brand Yarn Studio, 34 W 15th St, New York
Mo & Do 11 - 20 Uhr, Di & Mi 12 - 18 Uhr, Fr 10 - 16 Uhr, So 11 - 19 Uhr
https://www.lionbrandyarnstudio.com

Neben dem ganzen Wollgeschäfte-Hopping hab ich natürlich noch ein paar andere Dinge in New York unternommen, daher hab ich Dir noch einige zusätzliche Empfehlungen mitgebracht:

3x gut essen in Brooklyn
  • Sweetwater Restaurant: Französisches Flair, ein romantischer Garten und verdammt gutes Essen. Ich schwärme immernoch vom Rote Bete-Salat mit Ricotta und Nüssen!
  • Caracas Arepa Bar: Laut, aber gemütlich. Die Arepas sehen klein aus, machen aber ordentlich satt. Der eigentliche Star sind aber die Vorspeisen: Probier unbedingt die Croquetas!
  • Haab Taqueria: Solide mexikanische Küche und extrem herzlicher Service. Nach 20h gibt's Menüs zum Sonderpreis!
3 Unternehmungen, die sich lohnen
  • Rooftop vom Metropolitain Museum: In den Sommermonaten öffnet das Metropoltain Museum seine Dachterrasse und präsentiert jedes Jahr die Installation eines anderen Künstlers. Dieses Jahr wurde diese Ehre Alicja Kwade zuteil, die in Deutschland lebt und richtig gute Kunst macht. Wen das noch nicht überzeugt, der kommt einfach am Wochenende, wenn die Kunst von Cocktails begleitet wird. 
  • Coney Island: Ein Trip zur südlichsten Spitze Brooklyns dauert ewig - wer die Reise auf sich nimmt, wird mit einem ganz besonderen Flair entschädigt: Atlantikküste, Pier und Vergnügungspark bilden eine irre Kulisse. Einfach an einem der etliche Imbisse einen Snack besorgen und gemütlich am Strand picknicken.  


  • Mit der Fähre von Manhattan nach Brooklyn: Alle paar Minuten fährt eine Fähre zwischen Manhattan und Brooklyn hin und her - für ein paar Dollar kann man mitfahren und die atemberaubende Skyline in sich aufsaugen.  

Und zu guter Letzt ein Bonus-Tip, denn irgendwo muss man schließlich auch Wohnen:
Übernachtet habe ich im Gowanus Inn & Yard in Brooklyn, das ich vorbehaltlos weiterempfehlen kann: Saubere Zimmer, freundliches Personal, nette Lage in Brooklyn und gute Anbindung nach Manhattan und - nicht zu verachten - bezahlbar!

Warst Du schon einmal in New York? Was hat Dir dort am besten gefallen?
xoxo Katha
Last month, I visited New York for the first time since I consider myself a lifestyle knitter. Of course, I had to visit a couple of yarn shops...
Nachdem ich im März so brav ein Projekt nach dem anderen beendet habe, konnte ich mich im April schon wieder nicht beherrschen... Und ruck-zuck hab ich sechs angefangene Strickstücke produziert, die mich vorwurfsvoll ansehen.

Warum? Weil ich aktuell exklusiv an einem siebten Projekt stricke. Denn: Stephen West kommt in die Stadt, um bei Yarn over Berlin Workshops zu geben (es gibt sogar noch wenige Plätze!). Ich habe eine Workshop-Platz gebucht und würde zu gerne in einem neuen Westknits-Design aufkreuzen... also stricke ich im Turbo ein Vertices Unite-Tuch. Ich bin verhalten-optimistisch, dass ich das bis nächste Woche schaffe, immerhin habe ich mittlerweile schon Teil 3 (von 6) bezwungen.

Meine Farbwahl.

Sobald dieses Tuch fertiggestellt oder der Workshop vorüber ist (was auch immer davon früher eintritt), widme ich mich dann wieder dem TahitiKAL. Auf der h+h angeschlagen, stricke ich mit gefühlt der halben Instagram-Strickcommunity ein sommerliches Dreickstuch aus der Schachenmayr Tahiti (99% Baumwolle, 1% Polyester)*. Ich habe mir eine sehr sanfte Farbkombination ausgesucht - Stone und Südsee; das wird zum weißen Sommerkleidchen sicher sehr hübsch aussehen.


Ebenfalls von der h+h inspiriert ist ein Sockenprojekt auf meinen Nadeln: Nachdem ich mich auf der Messe so in die Moomin-Designs am Novita-Stand verliebt habe, musste ich mein eigenes anschlagen. Ich werde mich am Covermodell versuchen und zum ersten Mal Kniestrümpfe machen*. Ich glaube, das wird sehr niedlich!


Bevor ich mich wieder dem winterlichen Strumpf-Projekt widme, soll das Roselle Tee fertig werden, das ich im Rahmen eines weiteren KALs stricke, der von Designerin Patty Lyons veranstaltet wird (ich hatte berichtet). Da das Original-Garn in Deutschland schwer zu kriegen ist, stricke ich das Sommertop aus der Cotton Cashmere von Katia (90% Baumwolle, 10% Cashmere), die sich sehr angenehm verarbeiten lässt - kein Vergleich zu herkömmlichem Baumwollgarn.


Ein ganz klein bißchen was ist diesen Monat auch fertig geworden, das ist ja auch wichtig fürs Gefühl! Die Woche vor Ostern war ich für ein paar Tage in New York, um dort Freunde zu besuchen. Auf dem Hinflug habe ich einen Einkaufsbeutel gestrickt, als Gastgeschenk. Die Anleitung stammt von Paula_m und ist kostenlos auf der Homepage der Initiative Handarbeit erhältlich. Sie wurde im Rahmen der #MakeMeTakeMe-Aktion veröffentlicht - ein Projekt zur Vermeidung von Plastiktüten.


In Deutschland sind Plastiktüten mittlerweile ja schon weit zurückgedrängt worden, beim Einkaufen sieht man sie nur noch selten. Entsprechend habe ich auf Instagram im Zusammenhang mit der Aktion häufiger Kommentare gelesen, die die Notwendigkeit dieser Nachhaltigkeits-Aktion in Frage stellen.
In New York ist mir schlagartig wieder sehr bewusst geworden, dass wir in Sachen nachhaltiger Lebensführung noch ganz am Anfang stehen. Plastiktüten gibt es sogar für einen 6er-Träger Bier mit Tragegriff (dann natürlich mindestens zwei, sechs Biere sind schließlich schwer!) und Take Away-Kaffee und -Essen ist so verbreitet, dass die zugehörigen Behältnisse fast den kompletten Inhalt der öffentlichen Mülleimer ausmachen. Der bewusste(re) Umgang mit Ressourcen ist in den USA ganz offensichtlich noch eine absolute Randerscheinung.
Umso mehr freue ich mich, dass die Initiative Handarbeit bereits jetzt das Ziel von 10.000 selbstgemachten Einkaufstaschen erreicht hat! Das ist doch ein Anfang!

Was tut sich denn gerade so auf Deinen Nadeln? Oder strickst Du etwa nur im Winter?
xoxo Katha

*WERBUNG. Das Garn wurde mir vom Hersteller kosten- und bedingungslos als Produktprobe zur Verfügung gestellt. 

Verlinkt bei Maschenfein, Caros Fummeley.
This month on my needles: Two shawls, a shirt, knee-high socks and a knitted shopping bag.
And on my mind: All the plastic waste we bring in this world.

Für das Wochenende ist nach den sommerlichen Temperaturen der letzten Tage ein Kälteeinbruch vorhergesagt - vielleicht die letzte Gelgenheit, vor dem Sommer nochmal meinen Ess zu tragen. Und definitiv die letzte Gelgenheit, ihn Dir zu zeigen, bevor keiner mehr Lust auf Winterstrick hat...

Ess [ɛs]
When professional names are shared across genders, it is always the one that refers to men that takes precedence. Instead of using a neutral term, or using the extended version, any difference is hidden in the male term: seemingly to be 'fair', but ignoring the root word's long history of being a predominantly male profession. No man becomes a shepherdess, actress, waitress, or governess. [...] With these thoughts in mind, this shawl is called simply Ess - no root, just the bonus extra letters.
Schon die Idee hinter der Namensgebung, die Designerin Anna Maltz in ihrem Buch Marlisle beschreibt, ist ein echtes Argument für dieses Dreieckstuch...
Zweifädig gestrickt in Marlisle-Technik, riesig groß, kuschelig weich und mit Fransen ausgerüstet. Damit ist es eindeutig mein liebstes Projekt aus dem letzten Jahr!


Die Konstruktion ist, wie üblich bei Designs von Anna Maltz, superschlau. Das Tuch wird in Runden gestrickt und später gesteekt, was bei mehrfarbigem Gestrick ja häufig (so auch hier) eine Vereinfachung bedeutet. Begonnen wird von der langen Seite, so dass die Runden ständig kürzer werden. Supergut, wenn man wie ich am Projektbeginn noch total motiviert ist, diesen Elan aber nicht ewig aufrecht erhalten kann...

Ich habe mich besonders in die hier zum Einsatz kommende Steek-Variante verliebt, bei der die Schnittkante weder umhäkelt noch vernäht, sondern nach dem Aufschneiden geknotet wird. Genau das Richtige für Häkel- und Näh-Honks wie mich!


Das fertige Tuch hat eine Länge von 176 cm und misst an der breitesten Stelle 66 cm (ohne Fransen).
Verstrickt habe ich 300g Blend von Rohrspatz & Wollmeise (LL 499m/150g) und 70g Austermann Caleido Lace (LL 250m/50g) in einer sehr kontrastarmen Farbkombination. Ich mag es ganz gerne, wenn man erst auf den zweiten Blick erkennt, dass ein Modell mit mehreren Farben gestrickt ist. Mit mehr Kontrast wirkt Ess gleich ein Stück anders, schau mal bei Ravelry (klick).


Ich hab hier noch Wolle für weitere Marlisle-Projekte, über kurz oder lang werde ich mich sicher durch das halbe Buch stricken. Ich kann auch nicht genau sagen, woran es liegt, aber diese Technik ist total mein Ding!
Hast Du die Technik inzwischen auch ausprobiert?
xoxo Katha
I'm finally able to show you pictures of my favorite knitting project of last year! It's Ess by Anna Maltz - a triangular shawl that is fun to knit, fun to wear and a great piece to try out how to do a knotted steek. I'll probably knit it again someday - and that's really saying something!

Nachdem ich mit dem Stricken begonnen hatte, wurde mir schnell bewusst, dass es mehr Muster und Techniken gibt, als ich je beherrschen können werde. Damals fand ich diesen Gedanken ziemlich niederschmetternd.
Heute ist es genau andersherum: Einer der Gründe, warum ich vom Stricken nicht genug bekommen kann, ist die Tatsache, dass es immer etwas Neues zu lernen geben wird!

Das soll nicht heißen, dass ich nicht auch gerne simple Modelle stricke, bei denen ich meinen Kopf ausschalten kann...aber wenn meine geistigen Kapazitäten es zulassen, genieße ich es sehr, meinen Technik-Werkzeugkasten zu erweitern.

Neues lernen kann man auf ganz unterschiedlichen Wegen: beim Stricktreff, im Selbststudium mit Büchern und Youtube oder im Rahmen von Workshops.
Mich motiviert es besonders, wenn mir jemand anderes Inhalte vermittelt, von denen er selbst begeistert ist.
Daher bin ich ein großer Fan von Workshops. 
Zugegeben, billig sind die zumeist drei bis vier Stunden umfassenden Kurse nicht. In der Regel muss man mit Kosten von 60 - 80 EUR rechnen. Dafür kann man in kleinen Gruppen lernen und erhält bei Fragen oder Problemen direkt Unterstützung vom Kursleiter. Und die sind sowieso oft das eigentliche Highlight: Viele renommierte Strickdesigner*innen unterrichten auf Wollfestivals oder in Wollgeschäften selbst - eine schöne Gelegenheit, seine Lieblingsdesigner persönlich zu erleben.
Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, dass ich am meisten in einem Workshop mitnehmen kann, wenn mir das Thema nicht mehr völlig neu ist: Mit ein bißchen Vorwissen lassen sich die neuen Informationen viel besser einordnen und prägen sich - zumindest bei mir - auch besser ein.

Je nachdem, wo man wohnt und wieviel Geld man für die Strick-Bildung investieren kann oder will, sind Live-Klassen möglicherweise keine Option.
In diesem Fall kann ich Online-Kurse sehr empfehlen. 
Ich habe auf den einschlägigen Video-Plattformen (Makerist, Craftsy, Creativebug) schon mehrere Kurse gemacht und wurde bislang nicht enttäuscht. Den größten Lern-Zuwachs hatte ich bei Sophias Norweger-Kurs. Video-Kurse haben den großen Vorteil, dass man sich schwierige Passagen wieder und wieder ansehen kann - und das habe ich hier zigmal getan! Und das Ergebnis spricht für sich (klick).

Eine besondere Form von Online-Kurs bietet die Designerin Patty Lyons an: Viele ihrer neuen Designs veröffentlicht sie im Rahmen einer Video-Klasse, die von einem Knit-Along begleitet wird. Ich nehme dieses Frühjahr zum ersten Mal daran teil (Start war am 1. April) und bin restlos begeistert: Bereits bei der Maschenprobe habe ich so viel dazugelernt (und dabei dachte ich, zum Thema Maschenproben wüsste ich seit Marisas Video schon alles!). Und Patty ist einfach eine fantastische Lehrerin!

Maschenprobe à la Patty

Die Tatsache, dass die Inhalte häppchenweise über einen Zeitraum von sechs Wochen veröffentlicht werden, finde ich super, denn ich bin ja nicht die Schnellste... Einsteigen kann man natürlich auch jetzt noch, die Video-Inhalte bleiben auch nach dem KAL weiter verfügbar. Wem das Modell, das Sommertop Roselle, gefällt, sollte sich allerdings überlegen, die Anleitung noch im Rahmen des KALs bis 20. Mai zu erwerben; bis dahin ist es fast 40% günstiger.

Ebenfalls spannend klingt das Knit Stars-Programm,
eine Mischung aus Video-Kurs und Live-Klasse. 
Bereits zum vierten Mal findet im November das zweiwöchige Knit Stars-Programm statt, seit Kurzem kann man sich zum Earlybird-Tarif anmelden: Neun Größen aus der Handarbeitsszene, darunter Caitlin Hunter, Susan B. Anderson und Manos del Uruguay, vermitteln in jeweils 10 Videos Wissen zu ihren jeweiligen Fachgebieten (hier die Themenliste). Man kann live teilehmen und von den Q&A-Sessions mit den "Stars" profitieren, die Kurse stehen allen Teilnehmern aber auch später noch zur Verfügung, so dass man über den Workshop-Monat hinaus darauf zugreifen kann.
Das Knit Stars-Programm ist zugegebenermaßen nicht günstig - bei $199 geht's los - daher habe ich mich bislang nicht zu einem Kauf durchringen können.

Ein ähnliches Programm zu einem deutlich attraktiveren Preis bietet Jen Arnall-Culliford mit "Boost you Knitting" an. Für £30 erhält man ein Jahr lang jeden Monat eine Anleitung eines Designers, darunter Joji Locatelli, Nancy Marchant und Carol Feller. Jeden Monat steht eine andere Technik im Fokus, die beim Stricken der Anleitung geübt werden kann; Jen Arnall-Culliford stellt außerdem ein passendes Video zur Verfügung, in dem die Technik vorgestellt wird.
"Boost you Knitting" läuft seit März und ich habe mich angemeldet. Sicher werde ich nicht jeden Monat die Zeit finden, die Anleitungen mitzustricken, aber ich hoffe, dass ich zumindest die ein oder andere neue Technik erlernen kann. Im ersten Monat habe ich mich schon an Nancy Marchants Tuck Stitches versucht, was viel Spaß gemacht hat.

Die Anfänge von Nancy Marchants Bramen...

Auch bei diesem Programm kann man übrigens jederzeit einsteigen, es gibt sogar eine Geld-Zurück-Garantie, wenn man mit dem Produkt unzufrieden sein sollte - also keinerlei Risiko!

Ich freue mich mittlerweile sehr darüber, dass ich mich beim Stricken immer wieder fordern kann; so wird es nie langweilig werden!
Wie sieht es bei Dir aus: Vergrößerst Du Dein Strick-Wissen gerne? Auf welche Art?
xoxo Katha
For me, one of the great pleasures of knitting is that there is always something to learn. This year, I'm especially into expanding my skill set: with workshops, video classes and a new tecnique every month. What's your favorite way to learn?
 
Auch mal eine Verwendung für Maschenproben! Gesehen am Stand von Katia

Die h+h, die Messe für Handarbeit und Hobby in Köln, ist die weltgrößte Fachmesse für Hersteller und Händler aus dem Handarbeitsbereich - und damit für mich Stricksüchtige eine Art Schlaraffenland: Ein ganzes Wochenende lang Garne anfassen und anstricken dürfen, an jeder Ecke inspirierende Modelle und ständig trifft man liebe Menschen, die genauso (strick-)verrückt sind wie man selbst!


Inzwischen liegt das Messe-Wochenende schon wieder fast zwei Wochen zurück und vielleicht hast Du längst genug von der Berichterstattung dazu; gibt da draußen ja
etliche Blogger und Yoututber, die viel schneller sind als ich...
Davon lasse ich mich aber nicht abhalten - schließlich nimmt jeder bei so einer Großveranstaltung andere Dinge wahr.

Wenn ich an die diesjährige h+h zurückdenke, fallen mir vor allem drei Stichworte ein:

Nachhaltigkeit 
Nachhaltigkeit ist seit einigen Jahren ja in so ziemlich jedem Bereich das Schlagwort der Stunde. Und das zurecht, denn wir gehen so verschwenderisch mit den Ressourcen dieser Erde um, das einem ganz anders werden kann. Und da nehme ich mich nicht aus. Nachhaltig zu leben ist schrecklich unbequem (hast Du mal versucht, plastikfrei einzukaufen?), aber letzten Endes ist es alternativlos.

Natürlich ist es nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn immer mehr Hersteller aus dem Handarbeitsbereich auch nachhaltige Produkte anbieten. Aber irgendwo muss man ja anfangen... Insofern habe ich mich sehr darüber gefreut, bei Borgo de Pazzi und Lana Grossa recycelte Cashmere-Garne zu sehen (auch wenn mir keiner so richtig sagen konnte, wo die ganzen Cashmere-Kleidungsstücke herkommen, die da recycelt werden - aber das bekomme ich früher oder später noch raus!). Immer mehr Hersteller lassen zumindest einen Teil ihrer Produkte GOTS-zertifizieren und der Nadelhersteller Pony stellt gerade auf plastikfreie Verpackungen um.

Extra-dick und extra-heimisch ging's am Stand von Elbwolle zu.

Noch nachhaltiger ist es in der Regel aber, lokale Hersteller zu unterstützen, die ihre Garne in Deutschland produzieren lassen - am besten noch komplett aus deutscher Wolle. Elbwolle macht genau das und vertreibt Garne von Schafen aus der Altmark, die sich wunderbar für Wohnaccessoires eignen. Und Opal fördert mit der Schafpatenschaft nun schon seit 10 Jahren deutsche Schäfereien.

Auch die Initiative Handarbeit, der Verband für Anbieter der Handarbeitsbranche, promoted dieses Jahr ein Projekt für mehr Nachhaltigkeit: "Make Me Take Me" nennt sich die Aktion und es geht darum, keine Plastiktüten mehr zum Einkaufen zu verwenden. Stattdessen gibt es auf der Homepage des Verbandes drei kostenlose Anleitungen für genähte, gehäkelte und gestrickte Einkaufsbeutel - das Ziel sind 10.000 Stück. Ich mache auf jeden Fall mit - ein paar Baumwoll-Reste vom letztjährigen Edda-Hype habe ich eh noch zu Hause!

Jewel Tones
Was meine ich damit? Warme Farben aus dem Spektrum der Edelsteine (Smaragd, Rubin etc.), gemischt mit Erd- und Cognactönen. Dieses Farbspektrum ist mir auf der Messe immer wieder begegnet. Kein Wunder, schließlich orientiert sich so ziemlich jedes Unternehmen an den Trend-Forecasts, die regelmäßig aus den Niederlanden kommen. Wenn Li Edelkoort "Bown is the new Grey" prognostiziert, dann wird das automatisch zur self-fulfilling prophecy... Was ich aber eigentlich sagen wollte: Uns erwarten im Herbst ganz wunderbare Farben! Viele zurückhaltende Töne (ja, auch viel Braun), gemischt mit starken Farbakzenten in Rot, Smaragdgrün und Petrol. Und warmes Gelb hat auch seinen Auftritt.

Sattes Rubinrot am Stand von Lang

Das Rowan-Moodboard

Dieses Farbspektrum begegnete mir bei sehr vielen Garnherstellern, auffällig häufig präsentiert in Form außerordentlich schöner Modelle. Ich bin schon eher wählerisch, was Strickmodelle betrifft, aber für die nächste Saison kommen etliche tolle Modelle nach meinem Geschmack: Klassische Formen mit spannenden Akzenten. Hervorzuheben sind da vor allem Lang Yarns und Rowan.
Aber auch Katia hat mich mit einigen tollen Designs überrascht (wie auch mit der ziemlich coolen Accessoire-Kollektion in Zusammenarbeit mit Molla Mills), genauso wie Schoeller, die mit der Verjüngungskur ihrer Marke Austermann einen Volltreffer gelandet haben.

 Dieses Farbverlaufs-Set bei Schoeller finde ich schon ziemlich cool!

Bobbel-Designs bei Katia

Was ich auch nicht unerwähnt lassen kann: Arne & Carlos, die die meiste Zeit am Stand von Schachenmayr anzutreffen waren, haben für MEZ Stoffe entworfen. Großgemusterte Blumenstoffe. Ich bin so begeistert, dass ich ernsthaft mit dem Gedanken spiele, dem Nähen nochmal eine Chance zu geben...

Lass Dich nicht täuschen...das eigentliche Highlight auf diesem Bild ist der Stoff, mit dem der Sessel links von Arne bezogen ist!

Punch Needling und Pom Poms
Neben Stricken und Nähen sind natürlich auch alle möglichen anderen Handarbeitsbereiche Thema auf der Messe. Und dieses Jahr schien mir das Punch Needling besonders präsent. Der Stiebner-Verlag, der ein Buch zum Thema herausbringt, hatte am ersten Messetag Punch-Profi D.K. Wright zu Gast, die mir das grundsätzliche Prinzip der Technik in wenigen Worten erklärte. Später am Tag ergab sich die Möglichkeit, bei Rico selbst herumzuprobieren - und eins muss ich sagen, Spaß macht das Ge-Needle schon...hält mich nur leider vom Stricken ab!

 Live-Punch Needling am Stand vom Stiebner Verlag

Immernoch präsent sind Pom Poms, die werden einfach nicht alt. Als Deko oder appliziert auf Kleidungsstücken - Pom Poms begegneten einem an allen Ecken. Die schönsten vermutlich am Stand von Prym: Die hatten einen kompletten Sessel Pom Pom-ifiziert...und fast jeder Besucher musste sich sehr beherrschen, darauf nicht kurz mal die müden Messebeine zu entspannen (Anfassen leider verboten!).

 Der Pom Pom-Sessel bei Prym! Schön oder schön?

Und sonst so
Den Niedlichkeits-Overkill gab es am Stand des finnischen Garn-Herstellers Novita. Dort gibt es aktuell eine Garn-Edition, die sich um die Mumins dreht - inklusive passender Anleitungen. Die akkurate Umsetzung der Farbwelt aus den Kinderbüchern ist echt beeindruckend. Und ja, ich bin natürlich schwach geworden und habe ein Design aus dem ersten Mumin-Anleitungsheft angeschlagen...

Was Novita da gemacht hat, nenne ich Liebe zum Detail!

Magische Anziehungskraft haben auch die neuen Färbesets bei myboshi auf mich ausgewirkt. Die Garne der Marke haben mich bislang nie interessiert, aber die kleinen Färbekits finde ich superspannend. Ich habe ja vor knapp zwei Jahren schon einmal Wolle mit Naturfarben gefärbt; das Ergebnis war super, der Prozess allerdings recht zeitaufwendig. Mit den Lieblingsfarben-Kits soll es viel einfacher und schneller gehen - ob das stimmt, werde ich bald ausprobieren!

Theoretisch könnte man die Würstchen auf im Färbetopf kochen, so unbedenklich sollen die myboshi Lieblingsfarben sein. Ich werde es nicht drauf ankommen lassen...

Handgefärbtes gab es auch bei Lamana. Die Piura (100% Baby Alpaca, LL 400m/50g) gibt es ab Herbst auch in "hand dyed", als semi-solide Färbung. Spannend dabei: Die Farbpalette bei Lamana erstreckt sich über alle Qualitäten (d.h., man kann die Garn-Qualitäten prima mischen, ohne zugleich auch Farben mischen zu müssen) und das gilt auch für die handgefärbten Garne. Die zehn Färbungen ergänzen jeweils eine bereits vorhandene Farbe aus der Lamana-Palette.

Lamana Piura im Strang, handgefärbt

Zu guter letzt habe ich auch am Stand vom frechverlag interessante Neuheiten entdeckt: Es wird neue Bücher von Melanie Berg (mehr Shawls!) und Kerstin Balke geben (der Soxx-Look greift jetzt um sich). Außerdem erscheint im August ein sehr süßer - wait for it! - Häkel-Adventskalender! Mit sehr fairer UVP! Für mich als Adventskalender-Fan definitiv eins der Highlights!

 Es weihnachtete schon am Stand vom frechverlag...

Highlights waren natürlich auch die Begegnungen mit all den lieben Strick-Nerds, die sich so auf der Messe getummelt haben. Einige von Ihnen haben längst von der h+h berichtet, solltest Du noch nicht genug haben, schau doch auch noch dort vorbei:
Blog:  Sockshype | Brezelbutter | Mein gehäkeltes Herz | nala verstrickt | Caros Fummeley
Podcast: Frickelcast
Youtube: just.duit | yarnaroundtheworld

Workshoppen mit Frau Feinmotorik

Mit Tanja Steinbach bei Lana Grossa

Strick-Plausch mit My.Ling, Landherzen und nala verstrickt am Stand von Schachenmayr

...und meine fabelhafte #wollwg, bestehend aus Kiki und Lena, beim Maschenproben-Stricken

So viel Inspiration hinterlässt Spuren...ich habe gerade so viele angefangene Projekte gleichzeitig auf den Nadeln wie schon lange nicht mehr. Und noch viel mehr Pläne im Kopf!
Welche Neuheiten interessieren Dich denn am meisten?
xoxo Katha
How much yarn can you fit in three days? When those three days are spent at Europe's largest handicraft fair, it's an insane amount! Basically like a weekend in yarn paradise!